George - Alex Gino [Rezension]

12:02:00

Kinderbuch Transgender John Green Rezension Buchbesprechung Kurzmeinung:

Ein kleines Buch mit einem großen Thema und einer starken Botschaft. Für junge und erwachsene Leser gleichermaßen geeignet.
Georges Geschichte berührt und lässt einen so schnell nicht wieder los.
Absolute Leseempfehlung.


Bewertung: 5 Sterne

Verlag: Fischer
Seiten: 208
Preis: 14,99€ (Hardcover),  12,99€ (eBook)


Klappentext (vom Verlag):

Sei, wer du bist!

George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen.

›George‹ erzählt einfühlsam und unprätentiös vom Anderssein und ermutigt, den eigenen Weg zu gehen. Der erste Kinderroman zum Thema Transgender, der auch ältere Leser fesseln wird und der die Botschaft vermittelt: Sei, wer du bist!


Zum Buch: 

In dem Buch geht es also um die 10-jährige George, die im Körper eines Jugen steckt, sich aber als Mädchen fühlt. Niemand weiß davon, weder ihre Familie, noch ihre beste Freundin. Doch George träumt davon, endlich die sein zu können, die sie ist.
In diesem kleine Buch steckt ein großes Thema. Transgender wird hier für die jungen Leser aufbereitet, aber auch als Erwachsener hat man viel Freude an dem Buch.
Das Buch erzählt von all den großen und kleinen Herausforderungen, die sich junge Menschen in Georges Lage stellen müssen. Hindernisse und Probleme, die mir vorher gar nicht bewusst waren. Doch George kämpft sich tapfer durch den Alltag und wächst mit jedem Schritt.

Alex Gino ist selbst seit über 20 Jahren in der transgender Bewegung aktiv und der Roman ist durch persönliche Erfahrungen inspiriert.



Meine Meinung: 

Wow, was für eine Geschichte. Ich habe dieses Buch ja in einer Leserunde gelesen zusammen mit Little Booktown gelesen und wir waren beide begeistert.

Ich habe von Anfang an sehr gut in die Geschichte hineingefunden und George war mir gleich sympathisch. Auch die anderen Charaktere werden sehr eindrücklich beschrieben, so dass man gleich ein Gefühl für die Personen bekommt.

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, die Geschichte ließ sich flüssig lesen und die Seiten flogen nur so dahin.
Georges Geschichte wird einfühlsam und mit einfachen Worten beschrieben. Dennoch hat der Text oft eine unglaubliche Tiefe, die auch einen großen Reiz für mich als erwachsene Leserin hatte.
Es geht um die Entwicklung, die dieses junge Mädchen durchmacht, die irgendwie in einem Jungenkörper feststeckt.
Es macht einem richtig das Herz schwer, dass George sich so verstecken und verstellen muss. Und wie sehr sie darunter leidet.
Die Süße der Schokoladenmilch füllte Georges Mund aus und bedeckte die Worte, die ihr auf der Zunge lagen. Eines Tages würde George ihrer Mutter sagen müssen, dass sie ein Mädchen war.“ (S.58)
Und mal wieder wird auch deutlich, wie grausam Kinder sein können. Besonders, wenn man irgendwie anders ist.
Es wird deutlich, wie schwer unsere Gesellschaft es transgender Kindern macht. Sportumkleidkabinen, Toiletten, Gruppenarbeiten, Theaterrollen. So vieles wird nach dem Geschlecht getrennt und eingeteilt. Und wenn man sich da nicht eindeutig zuordnen lässt, dann passt man nicht ins System. Und genau das erlebt auch George. Sie muss sich verstellen. Muss sich quälen und die Jungentoilette benutzen. Sich mit den Jungs für den Sportunterricht umziehen.
Ich konnte mich als Leser so gut in George hinein fühlen und litt mit ihr. Niemand versteht sie. Nicht die Lehrerin, nicht ihre Freundin, auch nicht ihre Mutter. Dabei würde sie so gerne „gesehen“ werden. So, wie sie wirklich ist.

Georges macht in dem Buch eine große Entwicklung durch und nach und nach versucht sie immer mehr zu sich zu stehen und nach außen zu zeigen, wer sie wirklich ist. Das kostet viel Kraft und ist nicht einfach. Und die Menschen in ihrer Umgebung reagieren nicht so, wie George es sich erhofft hatte.
Besonders für ihre Mutter ist es nicht leicht zu akzeptieren, dass ihr Sohn eigentlich ihre Tochter ist. Die Elternrolle fordert ja eigentlich, dass die Mutter George in Allem unterstützt und für sie da ist. Das gelingt ihr am Anfang nicht. Doch allmählich lernt sie, damit umzugehen.
Da ich natürlich besonders mit George mitgefiebert habe, war ich manchmal enttäuscht von der Mutter, die mit Unverständnis reagiert hat. Doch irgendwie konnte ich die Sorgen der Mutter auch nachvollziehen.
Mutter: "Aber die Welt ist denjenigen, die anders sind, nicht immer freundlich gesinnt. Ich will nur vermeiden, dass du es dir selbst schwerer machst als unbedingt nötig."
George: "Ein Junge sein zu müssen, ist wirklich schwer für mich." (S. 180)

Fazit: 

Ein großartiges Buch mit einer wunderbaren Botschaft. "Sei, wer du bist!"
In der Geschichte steckt so viel Gefühl und sie hat mich wirklich berührt.
Ich hatte mich mit dem Thema Transgender vorher nie intensiv beschäftigt und es war ziemlich schockierend, einen Einblick zu bekommen in all die Probleme und Herausforderungen, die an die jungen Menschen gestellt werden. Unsere Gesellschaft ist darauf leider nicht sehr gut eingestellt und macht es Kindern schwerer, als es sein müsste.
Besonders beeindruckend fand ich bei diesem Buch, wie das Thema toll für die jungen Leser aufbereitet wurde, man aber trotzdem auch als Erwachsener von der bewegenden Geschichte ergriffen werden konnte.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Buch so kurz ist. Ich hätte so gern noch mehr über Georges Leben erfahren, wie es mit ihr weitergeht, wie sie sich entwickelt, aber auch wie ihr Umfeld reagiert.


Fremdlesen: Weitere Rezensionen zu "George" von Alex Gino 

Laberladen

Warum liest du?

14:52:00

Der liebe Tobi von Lesestunden hat mal wieder ein paar (Ein paar? Ein PAAR?) Fragen gestellt, und viele Blogger haben schon geantwortet. 
Jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen, mich mit der Liste von Fragen auseinanderzusetzen und mein eigenes Leseverhalten mal mit euch zu reflektieren. 

Warum liest du?
Weil ich es liebe, neue Welten zu entdecken, die verschiedensten Charaktere zu treffen, an so vielen unterschiedlichen Schicksalen teilzuhaben und die spannendsten Abenteuer zu bestehen -und das alles ohne von meinem Sofa aufzustehen. 
Lesen kann mich entspannen, aber auch total aufregen (wenn der Thriller sooo spannend ist, oder die Charaktere mal wieder alles falsch machen...) und ich kann durch die Protagonisten auch neue Seiten an mir entdecken. 
Ich liebe es, wenn mich Bücher zum Nachdenken bringen und ich mich mit neuen Themen beschäftige oder ich bei alten Themen einen neuen Blick auf die Dinge entwickle. 

Was liest du? Welche Genres bevorzugst du? Liest du auch Klassiker?
Ich lese relativ querbeet. Ich mag sehr gerne Thriller, aber auch Gesellschaft- und Entwicklungsromane. Dazwischen ist auch mal eine Biographie dabei und manchmal habe ich dann auch Lust auf eine Liebesgeschichte. 
Klassiker lese ich auch, aber nicht so viel. Ich mag sehr gern die Romane von Jane Austen und alles von Friedrich Dürrenmatt. Auch die Brontë Schwestern lese ich mal ganz gern (großartig: Jane Eyre!). 
Relativ frisch habe ich auch Wer die Nachtigall stört von Harper Lee gelesen. 

Welche Autoren favorisierst du? Oder hast du keine bevorzugten Autoren?
Entweder keinen oder ganz viele! :D 
Ich verehre natürlich J.K. Rowling für die Harry Potter Bücher, die mit den Grundstein für meine Leseliebe gelegt haben. Auch mit Cornelia Funke Büchern bin ich aufgewachsen und finde sie auch immer noch toll. (Wie zum Beispiel den neuen Drachenreiter Band "Die Feder eines Greifs", der gerade erschienen ist). 
Ich bin auch ein Fan von Jodi Picoult, allerdings muss ich da nach einem Buch immer eine Picoult- Pause einlegen.
Auch Walter Moers Bücher gefallen mir sehr gut. Ich liebe seinen besonderen Schreibstil und die Illustrationen. 
An Thriller Autoren mag ich besonders Jussi Adler-Olsen, Simon Beckett, Stieg  Larsson, Jo Nesbø, Linda Castillo und Camilla Läckberg.


Wo liest du überall? Nur Zuhause, nur in der S-Bahn, überall, …?
Am meisten natürlich Zuhause und dann meist im Bett oder in meinem Lesesessel. 
Ansonsten klaue ich mir hier und da ein paar Minuten zum Lesen, wo ich eben gerade so bin. Im Wartezimmer beim Arzt, im Café, zwischen den Vorlesungen in der Uni,... Da ich meistens überall mit dem Fahrrad hinfahre, entfallen Lesemomente in Bus oder Bahn. Aber bei einem längeren Roadtrip auf dem Weg in den Urlaub kann ich auch ohne Probleme stundenlang im Auto lesen. 

Liest du viel oder wenig? Wie viel Zeit verbringst du in der Woche mit Lesen? Wie viele Bücher liest du im Schnitt pro Monat/Jahr? Machst du auch längere Lesepausen?
Puh, das ist schwer. Kommt ja auch immer darauf an, mit wem man sich vergleicht. Und wie viel Zeit pro Woche kann ich so pauschal auch nicht sagen. Kommt auch immer darauf an, was sonst so an Terminen ansteht. 
Daraus ergibt sich ja, dass die Lesezeit pro Monat auch schwankt und ergo auch die Anzahl der Bücher. Aber meist sind es so zwischen fünf bis acht. Wenn ihr es ganz genau wissen wollt, könnt ihr ja mal einen Blick in meine Schmökerstatistiken werfen. 
Längere Lesepausen mache ich eigentlich nicht, zumindest nicht freiwillig. ;) 

Liest du schnell oder langsam? Wie viele Seiten liest du ungefähr in einer Stunde?
Uhi, das kann ich gar nicht so genau sagen. Also mein Lesetempo kann ich schlecht einschätzen. Und es kommt ja auch wieder auf den Vergleich an. Eigentlich hätte ich gesagt, eher schnell. Aber unter den ganzen Buchbloggern und Lesesüchtigen hier ist es wahrscheinlich höchstens Durchschnitt. :D Und die Seiten pro Stunde habe ich noch nie gemessen. Werde ich dann mal nachholen. 

Wie viele Bücher liest du in der Regel gleichzeitig?
Meist mindestens zwei Bücher -einen Roman und einen Thriller. Ich liebe es, dass ich je nach Stimmung entscheiden kann, wo ich dann gerade weiterlese. Das gibt mir genug Abwechslung und mir wird nichts überdrüssig.



Welche Formate bevorzugst du? Taschenbücher, gebundene Bücher, broschierte Bücher, Prunkausgaben?
Legst du Wert auf eine hochwertige Verarbeitung deiner Bücher? Spielt die Optik des Buches eine Rolle für dich?
Liest du auch Ebooks? Wenn ja wie oft und welche Bücher?
Ich lese sehr gern gebundene Bücher. Die fassen sich gut an und sehen später hübsch im Regal aus. Optik spielt für mich schon eine Rolle. Manche Bücher sind schon nur wegen ihres schönen Covers bei mir eingezogen. Von besonderen Büchern mag ich natürlich auch gern schöne Prunkausgaben im Regal stehen haben. 
ebooks lese ich eher selten, da ich es eigentlich nicht so mag. Mir fehlt beim Lesen etwas, wenn ich keine Seiten umblättern kann und nach einer gemütlichen Lesestunden die Papierseiten zwischen die Finger nehmen kann, die ich "geschafft" habe. Aber natürlich erkenne ich schon den Nutzen von eBooks. Besonders für den Urlaub oder Unterwegs ist so ein eReader schon praktisch. 

Wo versorgst du dich mit neuen Büchern? Beim Buchhändler ums Eck? In der Bibliothek? Aus dem Bücherbus?

Sehr gerne kaufe ich bei meinem Lieblingsbuchladen um die Ecke ein. Es ist dort so gemütlich und lädt immer zum Stöbern ein. Und natürlich wird man auch immer fündig.
Das ist natürlich auf Dauer nicht sehr gut für das Portemonnaie. Deswegen besuche ich auch regelmäßig unsere Stadtbibliothek, um mich mit frischem Lesestoff zu versorgen. Auch das Angebot der Onleihe nutze ich und lade mir neue eBooks ganz schnell vom Sofa aus auf mein eReader. So brauche ich für neue Geschichten nicht einmal die Wohnung zu verlassen -super! :)
Und seit ich blogge, bekomme ich natürlich auch Rezensionsexemplare zugeschickt. Das ist nochmal eine ganz neue Bücherquelle für mich.

Bücherwurm Buchempfehlung Buchbesprechung Buchladen


Kaufst du auch gebrauchte Bücher?
Wieviel bist du bereit für ein gutes Buch auszugeben?
Ja, gebrauchte Bücher kaufe ich auch, allerdings eher selten.
Und für ein besonderes Buch bin ich auch bereit, mehr auszugeben. Für die schönen Schmuckausgaben von Harry Potter zum Beispiel. :)

Verleihst du Bücher? Wenn ja an wen und welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
Ja, ich verleihe meine Schätze auch. Allerdings habe ich damit auch schon schlechte Erfahrungen gemacht und die Bücher mit Knicken und Rissen im Umschlag zurückbekommen. Oder auch mal gar nicht zurückbekommen. Seit dem schreibe ich mir immer auf, an wen ich was verleihe. Und ich verleihe auch nur noch an Menschen, von denen ich weiß, dass sie meine Bücher mit der nötigen Sorgfalt behandeln werden.

Wie viele Bücher hast du im Schnitt auf deinem Stapel ungelesener Bücher? 
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich da überhaupt keinen Überblick habe. In meiner Wohnung habe ich nur sehr wenig Platz, deswegen stehen viele meine SuB Bücher noch Zuhause im Regal und ab und zu bringe ich gelesene zurück und nehme mir "neue" SuB Bücher mit in meine Wohnung.
Aber dadurch fehlt mir so ein Gesamtüberblick über die Anzahl und was genau da eigentlich noch alles für Bücher auf mich warten. Ups!

Wo bei dir Zuhause hast du überall Bücher?
Im Bücherregal (Überraschung!), auf meinem Schreibtisch. Oft auch auf dem Klavier. Aber immer, immer liegt ein Buch neben meinem Bett!

Wie sortierst du deine Bücher im Regal?
Immer mal anders! ;) Danach, wie gut sie mir gefallen haben. Oder nach Hardcover und Paperback. Oder nach Genre. Ich liebe es, meine Bücher immer mal wieder neu zu sortieren. Und da ja wie gesagt immer ein reger Wechsel in meinem Regal herrscht, gibt es auch immer wieder Anlass für neue Umräum- Aktionen.

Was nutzt du als Lesezeichen? Oder knickst du die Seiten ein?
Seiten knicke ich nie um! Die armen Bücher!
Ich habe ein Lesezeichen, das ich am liebsten benutze. Das hat mir eine Freundin aus Peru mitgebracht und es ist so wunderschön! Aber wenn ich mehrere Bücher parallel lese, kann es natürlich nur in einem Buch wohnen. Und bei den anderen improvisiere ich dann. Da kommen dann Postkarten, Quittungen, Papierschnipsel, oder Stifte zum Einsatz. Oder alles, was ich sonst gerade so zur Hand habe.

Wenn du mit dem Lesen pausierst, liest du dann das Kapitel immer zu Ende oder hörst du auch mal mittendrin auf?
Oh ja, da bin ich wirklich leicht zwanghaft. Also wenn es irgendwie geht, lese ich das Kapitel zu Ende. Wenn das nicht möglich ist, dann wenigstens bis zu einem Absatz. Und sollte ich mal ganz abrupt aufhören müssen zu lesen (zB weil ich beim Lesen im Wartezimmer plötzlich aufgerufen werde), dann macht mich das schon etwas unruhig.

Worauf achtest du beim Kauf eines Buchs? Was für Kriterien muss ein Buch erfüllen, damit du es dir kaufst? Spielt der Verlag eine Rolle?
Ich achte zum Beispiel auf den Autor, oder darauf, ob es eine Reihenfortsetzung ist.
Ansonsten muss mich die Geschichte einfach ansprechen. Feste Kriterien habe ich da nicht.
Die meisten Büchertipps und Leseinspirationen hole ich mir auf anderen Blogs. Aber auch im Buchladen lasse ich mich gerne beraten. Oder ich stöbere einfach durch die Regale. Schöne Cover sind bei mir da auch immer sehr wichtig. Muss aber natürlich nicht sein, wenn mich die Geschichte gleich in ihren Bann zieht.
Der Verlag spielt eigentlich keine Rolle.



Wirfst du Bücher in den Müll?
Ähm, NEIN?! Wer tut denn sowas?

Wie belesen ist dein Bekannten- und Freundeskreis? Kennst du Menschen, die kein Buch besitzen?
Das ist ziemlich unterschiedlich. Mit ein paar meiner Mädels habe ich einen Buchclub, die lesen natürlich dann alle genauso begeistert wie ich. Ich habe auch Freunde, die nicht so viel lesen. Aber jemanden, der gar kein Buch besitzt, kenne ich glaube ich nicht.
Ich liebe es, bei meinen Freunden jedes Mal aufs Neue ihre Bücherregale anzuschauen und ihre Schätze zu bewundern. Und bei neuen Bekannten wird natürlich auch zuerst ein Blick auf die hauseigene Bibliothek geworfen. Da ist es dann immer ganz besonders spannend. Und wenn dann noch eines meiner Lieblingsbücher im Regal steht, na dann steht einer glücklichen und langen Freundschaft doch wirklich nichts im Wege! ;)

Was für eine Rolle spielen Bücher in deinem Berufsleben?
Naja, also mein Beruf ist im Moment ja noch "Studentin". Und da sind Bücher natürlich super wichtig, allerdings sind das dann eben Fach- und Lehrbücher.
Ansonsten habe ich noch meinen absoluten Traum- Nebenjob im Buchladen. Da spielen die bedruckten Seiten schon auch eine recht wichtige Rolle, denke ich. :D

Brichst du Bücher ab, wenn dir der Inhalt nicht zusagt?
Nein, ich kann mich nicht erinnern, ein Buch abgebrochen zu haben. Ich habe beim Lesen immer die Hoffnung, dass es irgendwann noch besser wird.
Aber ich will es jetzt nicht komplett ausschließen. Vielleicht läuft mir ja irgendwann mal ein so schlechtes Buch über den Weg, dass ich es partout nicht weiterlesen kann. Aber ich will es natürlich nicht hoffen!

Bittet man dich im Freundes- und Bekanntenkreis um Buchtipps?
Ja, und es macht mich jedes Mal so glücklich und auch ganz schön stolz! Und es macht mir sehr viel Spaß in meinem Gedächtnis (oder auch in meinem Buchjournal, man ist ja auch nicht mehr die Jüngste...) nach Büchern zu suchen, die genau zu demjenigen passen, der gerade fragt. Und wenn ich danach auch noch erfahre, dass mein Buchtipp den Geschmack getroffen hat, dann bin ich im siebten Himmel.

Wenn deine Bücher plötzlich alle verloren gehen (z.B. Feuer, Hochwasser, böse Fee, …), welche drei Bücher würdest du dir sofort neu bestellen?
Oh Gott, was für eine schreckliche Vorstellung. Das soll bitte niemals, niemals, nie, auf keinen Fall passieren.
Wenn doch, würde ich erstmal mindestens einen Monat lang durchgehend weinen. Meine wertvollsten Bücher, die mir am wichtigsten sind, kann man eh gar nicht ersetzen, weil es Erbstücke sind, oder vom Autor signierte Exemplare. Oh wäre das ein Verlust!
Aber wenn ich dann irgendwann soweit bin, dass ich neue Bücher kaufen kann, dann würde als erstes die Hardcover Version von "Die Stadt der träumenden Bücher" von Walter Moers bei mir einziehen. Gefolgt vom dritten Band von Harry Potter. Und schließlich noch "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak oder "Tintenherz" von Cornelia Funke. An den Büchern hängen so viele Erinnerungen, die müssen einfach immer in meinem Regal stehen.



Gehören ein Heißgetränk und Kekse zum Leseabend?
Also sie versüßen den Leseabend auf jeden Fall. Und wenn ich genug Zeit habe, dann mache ich mir auf jeden Fall eine schöne Tasse Tee.
Meistens lese ich abends aber kurz vorm Einschlafen im Bett. Da machen sich dann Wasserspritzer und Kekskrümel eher nicht so gut.
Und falls meine Mama das hier mitliest: Ja, nach dem Zähneputzen ist Süßkram natürlich eh absolut Tabu und niemals würde ich danach noch etwas naschen. *räusper* Oder so...

Hörst du während dem Lesen Musik, oder muss bei dir völlige Stille herrschen?
Meistens lese ich in völliger Stille. Je nach Laune und Buch höre ich auch manchmal Musik, dann meist Soundtracks oder klassische Musik. Die müssen dann aber schon zur Stimmung im Buch passen.
Lieder mit Text lenken mich meist zu sehr vom Lesen ab, besonders, wenn ich auf englisch lese. Außerdem habe ich auch diesen leichten Zwang, dass ich immer die Lisette mitsingen muss. Und dann wird das mit dem Lesen tatsächlich etwas schwierig.

Liest du Bücher mehrmals? Wenn ja welche und warum?
Eher selten.
Ausnahmen sind zum einen Harry Potter. Die Reihe lese ich fast einmal pro Jahr. Es ist einfach meine liebste Buchreihe und ich vermisse Hogwarts, wenn ich länger nicht zwischen den Seiten und in die magische Welt verschwinden kann. Ich kann immer wieder über die gleichen Witze lachen, finde aber auch immer wieder neue Aspekte und Details.
Und zum Anderen die Walter Moers Bücher. Da kommt ja leider nicht so oft neuer Lesestoff, da muss ich dann halt die alten Bücher noch mal lesen. Obwohl ich sie langsam schon auswendig kann.
Außerdem lese ich manchmal Bücher noch mal, wenn sie zu einer Reihe gehören, von der ein neuer Band erscheint. Wenn ich die älteren Bücher dann schon eine Weile nicht gelesen habe, mag ich das vor der Lektüre des neuen Buches gern noch einmal auffrischen.

Markierst du dir Stellen in einem Buch? Wenn ja wie?
Ja, schöne Zitate und besondereSätze schreibe ich mir meistens raus. Manchmal markiere ich auch nur die Seite mit einem Post-It.
Naja, und beim eReader geht das ja sowieso sehr leicht mit der "Markieren" Funktion.



Puh, geschafft. Das hat jetzt doch eine ganze Weile gedauert. Aber es war wirklich spannend, mal in mich zu gehen und mein Leseverhalten zu reflektieren. Einige Fragen konnte ich sofort spontan beantworten, bei anderen musste ich erstmal überlegen.
Aber vielen Dank lieber Tobi für diese Liste mit schönen Fragen. Ich habe wirklich sehr gern mitgemacht und bin ganz gespannt, auf eure Antworten. Also falls ihr euch den Fragen noch nicht gestellt habt, dann solltet ihr das unbedingt schnell nachholen. Und wer weiß, vielleicht wird euch ja dadurch das ein oder andere an eurem Leseverhalten erst bewusst. :) 

Pretty Little Liars 1 -Unschuldig -- Sara Shepard [Rezension]

20:40:00

Sara Shepard Staffel Rezension Buch Serie A

Kurzmeinung:

Das Buch ist zwar viel "teeniemäßiger" als die Serie, aber trotzdem recht spannend. Auf jeden Fall eher eine leichte Lektüre.


Bewertung: 2,5 Sterne 

Verlag: cbt
Seiten: 320
Preis: 7,95€ (Taschenbuch), 6,99€ (eBook)



Klappentext (vom Verlag): 

Vier Mädchen, ein dunkles Geheimnis
Geheimnisvolle Nachrichten von einer gewissen A. versetzen Spencer und ihre Freundinnen in Angst und Schrecken. Woher kennt A. ihre intimsten Geheimnisse? Steckt dahinter Alison, die eines Tages spurlos verschwunden war?

Explosive Mischung aus Glamour und tödlichen Intrigen


Zum Buch: 

In dem Buch geht es um 4 Mädchen: Aria, Spencer, Emily und Hanna. Früher gehörten sie zu einer angesagten 5er Clique, doch als das fünfte Mädchen, Alison spurlos verschwand, löste sich die Gruppe auf und die andren lebten sich auseinander. Alison ist die Anführerin der Truppe gewesen und hat sie durch Geheimnisse zusammengehalten. Jede der vier verbliebenen Mädchen geht anders mit dem Verlust ihrer Freundin um.
Doch Monate später bekommen die Vier plötzlich geheimnisvolle Nachrichten, in denen der ominöse Absender A. erkennen lässt, dass er von ihren intimsten Geheimnissen weiß. Geheimnisse, die eigentlich nur Alison kannte. Er droht, alles aufzudecken und erpresst die Mädchen. Und plötzlich stellt sich das Leben der Mädchen auf den Kopf, als sie versuchen, ihre Geheimnisse zu hüten und den Absender der Nachricht zu identifizieren.


Meine Meinung:

Normalerweise lese ich ja lieber zuerst die Bücher und schaue mir danach die Filme an. Hier war es aber mal umgekehrt. Ich bin erst über die TV- Serie auf die Reihe aufmerksam geworden.
Die Serie hat mir damals richtig gut gefallen und weil es im Moment keine neuen Folgen gibt, bin ich darauf gekommen, mir mal die Bücher anzusehen.
Und das hat sich schon gelohnt.
Obwohl ich ja die Handlung der Serie schon kannte, war das Buch trotzdem noch spannend zu lesen. Der Plot ist zwar recht ähnlich zur Verfilmung, aber es gab dennoch die ein oder andere Überraschung. Die Charaktere werden ausführlicher beschrieben und so gibt es im Buch mehr Raum für deren Entwicklung, Gedanken und Hintergründe zu den Personen. Das macht schon einen besonderen Reiz der Bücher aus. Allerdings gibt es in der Handlung der Bücher auch weniger "Action". Es passiert in einem Buch gefühlt nicht ganz so viel, wie in einer TV- Folge, eben weil es neben der aktuellen Haupthandlung noch die Hintergrundinformationen zu den Protagonisten und einige Nebenschauplätze gibt. Aber das hat mir insgesamt eben trotzdem ganz gut gefallen, weil es so noch zusätzlichen Input gab, was man nicht schon aus dem Fernsehen kannte.


Fazit: 

Auch wenn man die TV- Serie kennt, kann man die Bücher trotzdem noch gut lesen. Es ist keine anspruchsvolle Lektüre, aber es ist recht spannend und gut zum "so weg lesen". Allerdings sind die Bücher meiner Meinung nach "Teenie-mäßiger" als die Serie, also ist sie bestimmt nicht für jeden Leser das richtige.

Lovelybooks Lesepreis 2016

15:01:00

Für die Bücherwürmer ist es eine spannende Zeit im Jahr. Die Frankfurter Buchmesse ist kaum vorbei, da steht schon das nächste Event an. Und zwar der Lesepreis 2016


Lieblingsbuch Nominierung Abstimmung Leser


Schon zum achten Mal veranstaltet die Buchcommunity Lovelybooks diese tolle Aktion, bei der Leser ihre Lieblingsbücher in 14 verschiedenen Kategorien nominieren konnten. Einzige Voraussetzung: das Buch muss zwischen November 2015 und Oktober 2016 erschienen sein.
Aus den 35 meist genannten Büchern kann dann in einer zweiten Runde vom 14. bis 22. November abgestimmt werden, welches Buch mit dem Lesepreis ausgezeichnet werden soll. Die Gewinner werden am 24. November bekanntgegeben.
Das ist wirklich eine tolle Möglichkeit für uns Büchernarren, ihre Wertschätzung für ihre Lieblingsbücher und deren wundervolle Autoren zu zeigen. Und der Lesepreis von Lovelybooks ist sogar der größte Buchpreis im deutschsprachigen Raum, der von Lesern vergeben wird. Da wollt ihr doch bestimmt dabei sein, oder?

Ich habe natürlich auch mitgemacht und folgende Bücher nominiert:


Romane: 
  1. Die Geschichte der Baltimores  -- Joel Dicker
  2. Was ich euch nicht erzählte -- Celeste Ng 
  3. Die Ungehörigkeit des Glücks -- Jenny Downham 

Krimi und Thriller: 
  1. Totenfang -- Simon Beckett

Jugendbuch: 
  1. Harry Potter und das verwunschene Kind -- J.K. Rowling, Jack Thorne, John Tiffany
  2. Solange wir lügen -- E. Lockhart 
  3. Mein bester letzter Sommer -- Anne Freytag 

Kinderbücher:
  1. Drachenreiter - Die Feder eines Greifs -- Corelia Funke 
  2. George -- Alex Gino

Bester Buchtitel: 
  1. Das Leben ist gut -- Alex Capus 
  2. Die Ungehörigkeit des Glücks -- Jenny Downham 

Bestes Buchcover: 
  1. Winklers Traum vom Wasser -- Anthony Doerr 
  2. Harry Potter und das verwunschene Kind --  J.K. Rowling, Jack Thorne, John Tiffany

Da ich nicht alle Genre lese, sind in meiner Liste auch nicht alle Kategorien vertreten, da ich zB keinen historischen Roman nominiert habe, weil ich keinen gelesen habe. 
Generell ist mir das Nominieren ziemlich schwer gefallen, da ich zum Beispiel viele tolle Bücher gelesen habe, die aber vor Oktober 2015 erschienen sind. Aber naja, ich habe mich dann schweren Herzens doch auf ein paar Bücher festlegen können. Jetzt bin ich ganz gespannt auf die Abstimmung und welche Bücher dann am Ende gewinnen werden.



Seid ihr von dieser Aktion auch so begeistert wie ich? Dann nix wie hin zu Lovelybooks und stimmt für eure Lieblingsbücher ab!


Plauderecke 


Habt ihr auch schon Bücher nominiert? Welches sind denn eure Favoriten? Ist vielleicht auch eines von meinen "Auserwählten" dabei? ;) 
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Totenfang - Simon Beckett [Rezension]

08:59:00

Hunter is back! 


David Hunter Thriller Rezension forensischer Anthropologe

Kurzmeinung: 

Mal wieder ein spannender Hunter- Thriller, den man kaum aus der Hand legen kann. Die düstere Landschaft bietet das perfekte Ambiente für einen Fall voller Überraschungen und Wendungen. 

Bewertung: 4 Sterne

Verlag: Wunderlich (Rowohlt) 
Seiten: 560
Preis: 22,95€ (Hardcover), 19,99€ (eBook)



Klappentext: 

Sein fünfter Fall führt Dr. David Hunter in die Backwaters, ein unwirtliches Mündungsgebiet in Essex, wo die Grenzen zwischen Land und Wasser verschwimmen. Aber die wahren Gefahren lauern nicht in der Tiefe, sondern dort, wo er sie am wenigsten erwartet.
Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Schlamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt: Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche.
Für die Zeit seines Aufenthalts kommt David Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus unter. Es gehört Andrew Trask, dessen Familie ihm mit unverholener Feindseligkeit begegnet. Aber sie scheinen nicht die einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben. Und noch ehe der forensische Anthropologe das Rätsel um den unbekannten Toten lösen kann, fordert die erbarmungslose Wasserlandschaft erneut ihren Tribut…




Zum Buch:

Lange genug mussten Fans der David Hunter Reihe warten, doch jetzt ist der forensische Anthropologe endlich zurück! Und obwohl es sich bei "Totenfang" um den fünften Fall handelt, ist es auch eine Premiere. Denn das Buch ist zuerst in deutscher Sprache erschienen!
Hunter steckt in (mal wieder) in einer Krise. Er hat sich noch nicht ganz von den Nachwirkungen des letzten Falls erholt. Er spürt, dass er an der Universität nicht mehr so richtig erwünscht ist, und auch die Aufträge von Seiten der Polizei verlaufen sich langsam im Sand. Als Hunter schon in düstere Stimmungen verfällt, wird er plötzlich zu einem Fall in die abgelegenen Backwaters gerufen. Dort soll er die Polizei bei der Bergung einer Wasserleiche unterstützen. Alle gehen davon aus, dass es sich bei dem Toten um den zuvor verschwundenen Leo Villiers handelt. Doch liegen sie damit richtig? Und als David kurz darauf auch noch einen Fuß findet, der nicht zu der Wasserleiche zu passen scheint, ist das Rätsel perfekt. Und wie immer ist nichts so, wie es zunächst scheint... 


Rezension Buchtipp Buchempfehlung forensische Anthropologie Hunter

Meine Meinung: 

Zur Handlung möchte ich gar nicht mehr so viel sagen. Da müsst ihr das Buch schon lesen und euch den Fall selbst „erarbeiten“.
Aber das lohnt sich auch, denn Beckett hat hier mal wieder einen super spannenden Thriller abgeliefert, der mich wirklich gefesselt hat. Er hat eine gute Balance geschaffen zwischen Details zum Fall und persönlicher Hintergrundgeschichte von Hunter. Und auch auf ein bisschen Romantik können sich die Beckett Fans freuen.
Wie gewohnt beschwört der Autor durch seine Landschaftsbeschreibungen eine düstere und unheimliche Stimmung herauf. Das gelingt wirklich grandios und mann kann beim Lesen quasi den feuchten Nebel auf der Haut spüren und das Salz in der Luft auf der Zunge schmecken. Das alles erschafft die perfekte Kulisse für einen düsteren, spannenden Fall, der an den Nerven zerrt.
Zwischendurch gab es mal ein paar Seiten, die etwas langatmiger waren. Aber das war eigentlich mal eine gute Verschnaufpause, denn danach kann man das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Und der Showdown lässt keine Wünsche offen, die Aufklärung des Falls ist glaubhaft und gut gelungen.
Auch die verschiedenen Charaktere in dieser Geschichte sind gut eingeführt und durchdacht weiterentwickelt. Irgendwie fand ich da jeden mal verdächtig...
Nicht ganz so glaubhaft war der Anfang des Falls, als Hunter viel zu unüberlegt handelt und ihm ein Patzer nach dem anderen passiert.
Und an der ein oder anderen Stelle hätte es vielleicht auch eine Landschaftsbeschreibungen weniger sein können.
Aber das sind wirklich die einzigen kleinen Makel. 
Was mir an der Hunter- Reihe generell besonders gut gefällt ist, dass es mal ein etwas anderer Thriller ist, weil eben auch viel über die wissenschaftliche Arbeit geschrieben wird. So erhält man als Leser Einblicke in das Fachgebiet der forensischen Anthropologie und das schafft noch mal einen anderen Blick auf die Fälle und macht die Bücher zu etwas Besonderem, was sie von anderen Thrillern abhebt.

Fazit: 

Simon Beckett ist mit „Totenfang“ mal wieder ein sehr spannender Thriller gelungen, der fast an die ersten Fälle heranreichen kann. Gerade zum Ende hin konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Totenfang ist zwar der fünfte Teil der Davis Hunter Reihe und die Hintergrundgeschichte um den forensischen Anthropologen wird auch gekonnt weiterentwickelt. Dennoch lässt sich das Buch auch als eigenständiger Fall gut lesen. Alles was man als Leser wissen muss, wird durch die Gedanken des Protagonisten gut verständlich dargestellt und wesentliche Ereignisse aus den alten Fällen wird wiederholt.



Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Rezensionen von anderen Bloggern

Ihr möchtet wissen, wie das Buch anderen Bloggern gefallen hat?
Dann schaut doch bei Nicole von Nicoles Bücherwelt  oder Jess von Prime ballerinas Books vorbei.


Plauderecke

Habt ihr den neuen Beckett schon gelesen? Hat er euch auch so gut gefallen? Oder liegt es noch auf eurem SuB?
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Leserunde zu "George" von Alex Gino

19:53:00

Ich probiere mich mal wieder an etwas Neuem.
Und zwar mache ich bei meiner ersten kleinen Leserunde mit. Die liebe Anne von littlebooktown und ich haben festgestellt, das „George“ von Alex Gino bei uns beiden auf dem SuB liegt und beschlossen, es gemeinsam in Angriff zu nehmen.


Transgender John Green Rezension Buchtipp Leserunde


In „George“ geht es um die 10-jährige George, die im Körper eines Jugen steckt, sich aber als Mädchen fühlt. Niemand weiß davon, weder ihre Familie, noch ihre beste Freundin. Doch George träumt davon, endlich die sein zu können, die sie ist.
Ich bin sehr gespannt auf dieses kleine Buch mit dem großen Thema. Ich frage mich, wie das Thema Transgender hier auch für die jungen Leser aufbereitet wird.

Alex Gino ist selbst seit über 20 Jahren in der transgender Bewegung aktiv und der Roman ist durch persönliche Erfahrungen inspiriert.


Anne und ich lesen das Buch vom bis zum 14. November und so haben wir das Buch in Abschnitte eingeteilt.

09./10. November→ bis Seite 103
11./12. November → bis Seite 152
13./14. November → bis Seite 208

Ihr könnt natürlich auch jederzeit einsteigen, falls ihr spontan noch mitmachen möchtet.
Oder falls ihr das Buch schon gelesen habt, könnt ihr natürlich auch mitdiskutieren. Ich freue mich auf eure Kommentare zu diesem spannenden Thema und vielversprechendem Buch.


Hier werde ich jetzt zu jedem Abschnitt meine „Leseupdates“ veröffentlichen. Und am Ende wird es natürlich auch eine ausführliche Rezension geben. Auch Anne veröffentlich ihre Eindrücke auf ihrem Blog. Also schaut doch auch da mal vorbei.
Ich bin gespannt auf das Buch und das gemeinsame Lesen.



---- Update No.1  Seite 58 -------------------------------------------------

Ich habe von Anfang an sehr gut in die Geschichte hineingefunden und George war mir gleich sympathisch. Auch die anderen Charaktere werden sehr eindrücklich beschrieben, so dass man gleich ein Gefühl für die Personen bekommt.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, die Geschichte lässt sich flüssig lesen und die Seiten fliegen nur so dahin.

Es macht mir richtig das Herz schwer, dass George sich so verstecken und verstellen muss. Und wie sehr sie darunter leidet.

Die Süße der Schokoladenmilch füllte Georges Mund aus und bedeckte die Worte, die ihr auf der Zunge lagen. Eines Tages würde George ihrer Mutter sagen müssen, dass sie ein Mädchen war.“ (S.58)

Und mal wieder wird auch sehr deutlich, wie grausam Kinder sein können. Besonders, wenn man irgendwie anders ist.



---- Update No. 2 Seite 103 ----------------------------------------------

Es wird immer deutlicher, wie schwer unsere Gesellschaft es transgender Kindern macht. Sportumkleidkabinen, Toiletten, Einteilungen in der Klasse. So vieles wird nach dem Geschlecht getrennt und eingeteilt. Und wenn man sich da nicht eindeutig zuordnen lässt, dann passt man nicht ins System. Und genau das erlebt auch George. Sie muss sich verstellen. Muss sich quälen und die Jungentoilette benutzen. Sich mit den Jungs für den Sportunterricht umziehen.
Ich kann mich als Leser so gut in George hinein fühlen und leide mit ihr. Niemand versteht sie. Nicht die Lehrerin, nicht ihre Freundin, auch nicht ihre Mutter. Dabei würde sie so gerne „gesehen“ werden. So, wie sie wirklich ist.



---- Update No. 3 Seite 152 -----------------------------------------------

Die Geschichte wird immer emotionaler. Georges Entwicklung geht weiter und sie versucht, mehr zu sich zu stehen und nach außen zu zeigen, wer sie wirklich ist. Das kostet viel Kraft und ist nicht einfach. Und die Menschen in ihrer Umgebung reagieren nicht so, wie George es sich erhofft hatte.
Nachdem ihre Mutter die Tasche mit den Mädchenzeitschriften gefunden hat, geht sie erstmal auf Abstand zu George und redet nur das Nötigste mit ihr. Und nachdem sich George ihrer besten Freundin Kelly anvertraut hat, herrscht auch zwischen den beiden erstmal Funkstille. Einzig Georges großer Bruder Scott reagiert wirklich süß, versucht sie aufzumuntern und sagt, dass es für ihn völlig ok sei und er George immer beschützt, egal was passiert. Das hat mich wirklich gerührt. Aber auch die Reaktion der Mutter konnte ich irgendwie verstehen. Sie brauchte halt erstmal Zeit, die neuen Infos zu verarbeiten.
Richtig gut gefallen hat mir auch die Szene, in der George all ihren Mut zusammengenommen hat und sich gegen den "Bully" der Schule, Jeff, gewehrt hat. Da hat man auch wieder gut die Entwicklung des Charakters gemerkt. Wie George immer mehr zu sich selbst steht und selbstbewusster wird. Natürlich ist dadurch nicht plötzlich alles leicht, aber es gibt ihr neue Kraft.


---- Update No. 4 Seite 208 ----------------------------------------------

Jetzt ist dieses wundervolle Buch schon zu Ende. Ich hätte so gern noch mehr über Georges Leben erfahren, wie es mit ihr weitergeht, wie sie sich entwickelt, aber auch wie ihr Umfeld reagiert.
Im letzten Abschnitt ist noch mal eine ordentliche Entwicklung bei George passiert. Zuerst stand sie in einer Mädchenrolle auf der Bühne und hat so ihrer Mutter und der ganzen Welt gezeigt wer sie wirklich ist. Im Buch ist auch sehr gut rübergekommen, wie viel ihr das bedeutet hat. Ihre Mutter reagiert leider zunächst nicht wie erhofft, sondern ist erschüttert und wütend. Aber langsam beginnt auch sie zu akzeptieren, dass ihr Sohn eigentlich ihre Tochter ist. Dabei konnte ich ihre Sorgen auch immer gut nachvollziehen.
"Aber die Welt ist denjenigen, die anders sind, nicht immer freundlich gesinnt. Ich will nur vermeiden, dass du es dir selbst schwerer machst als unbedingt nötig."
"Ein Junge sein zu müssen, ist wirklich schwer für mich." (S. 180)
Im letzten Kapitel verwandelt sich George das erste mal vollkommen in "Melissa", ihr eigentliches Selbst. Und das in der Öffentlichkeit. Im New Yorker Zoo, wo sie keiner kennt, verbringen Kelly und George alias Melissa den ersten gemeinsamen Tag als beste Freundinnen. Der Tag beginnt für Melissa schon aufregend, als sie sich aus Kellies Kleiderschrank einen Rock und ein Top aussuchen darf -ihr Outfit für den Tag. Die Aufregung und Freue war in jeder Zeile zu spüren und hat mich als Leser mitgerissen und begeistert. Ich war wirklich traurig, als das Buch dann schon zu Ende war.

Eine ausführliche Rezension werde ich Donnerstag veröffentlichen. Aber wie ihr aus meinen Lese- Updates ja schon erahnen könnt, habe ich dieses Buch wirklich sehr gern gelesen und ich finde, es ist eine großartige Geschichte mit einem wichtigen Thema und großen Gefühlen. 
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Mörder Anders - Jonas Jonasson [Rezension]

14:28:00

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind


Buchempfehlung Buchtipp Kirche Religion Humor

Kurzmeinung: 

Die Geschichte ist in ihrem Aufbau sehr ähnlich wie der erste Jonasson und plätschert so vor sich hin.  Die Grundidee ist ganz witzig und hat auch Potenzial, das aber leider nicht ausgeschöpft wurde. Zwar gab es die ein oder andere ironische Passage und humorvolle Wortwechsel mit schlagfertigen Antworten. Diese Lichtblicke konnten das Buch insgesamt aber nicht zu einem Knüller machen. 

Bewertung: 2 Sterne

Verlag: carl's books 
Seiten: 352
Preis: 19,99€ (Hardcover),  15,99€ (eBook)


Klappentext: 

Johan Andersson – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch »Mörder-Anders« genannt – ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job sowie neue Freunde. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftstüchtigen Pfarrerin Johanna Kjellander, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotel-Rezeptionisten Per Persson gründen sie eine »Körperverletzungsagentur« mit Mörder-Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend. Bis Mörder-Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt, sich plötzlich für Gott interessiert und friedfertig werden will. Doch Stockholms Gangsterbosse haben mit ihm noch eine Rechnung offen und nehmen Mörder-Anders und seine Freunde gründlich in die Zange …

Meine Meinung:

Dies ist das dritte Buch von Jonas Jonsson. Sein erstes Buch "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" hat mir damals richtig gut gefallen und ich musste bei Lesen oft laut lachen. Sein zweites Buch habe ich ausgelassen, weil es für mich zu sehr nach einem Abklatsch vom ersten klang und ich Angst hatte, enttäuscht zu werden. 
Nun ist also das dritte Buch erschienen und damit wollte ich es dann noch mal mit Jonsson versuchen. Die Mischung -Mörder und Nonne- klang interessant und so nahm ich das Buch gespannt zur Hand.
Doch leider gab es dann wenig Neues. Jonasson schreibt in seinen alten Mustern im bekannten Stil, nur leider nicht mehr so gekonnt.
Die Charaktere waren eigentlich spannend gewählt und hätten großes Potenzial gehabt, finde ich. So richtig warm bin ich allerdings mit keinem von ihnen geworden, da auch niemand so wirklich sympathisch ist.
Da wäre zunächst der brutale Mörder, der plötzlich bekehrt wird und nur noch Gutes tun will. 
Die Ex-Nonne, die eigentlich gar nicht an Gott glaubt und vom Leben und von Menschen enttäuscht ist. Und der unscheinbare Rezeptzionist, dessen Name sich niemand merken kann, der dem Leben und den Menschen auch sehr negativ gegenübersteht und in der Ex- Nonne den Topf zu seinem Deckel gefunden zu haben scheint. 
Kling nach einem tollen Trio mit viel Raum für witzige Entwicklungen. Ein paar gibt es ja auch, allerdings verlieren sie sich in der ansonsten eher belanglosen Handlung. 
Die Geschichte ist, wie von Jonasson gewohnt, recht abstrus, allerdings nicht abstrus genug, um wirklich witzig zu sein. 
Es fehlt dem Buch das gewisse Etwas, um der Geschichte den nötigen Pep zu geben. Und so plätschert sie nur so vor sich hin ohne wirkliche Höhen und Tiefen. 

Fazit: 

"Mörder Anders" ist so ganz nett zu lesen. Etwas für Zwischendurch. Und für Fans der Erzählweise von Jonasson ist es auch bestimmt zufriedenstellend. Aber als Buchtipp uneingeschränkt weiterempfehlen würde ich das Buch nicht. 
Ich fand den "Hundertjährigen" damals wirklich großartig und hoffe, das Jonasson zu seinem originellen und dabei witzigen Stil zurückfindet. 




Vielen Dank an das Bloggerportal und Carl's books für das Rezensionsexemplar.



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