Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells [Rezension]

Freitag, Februar 17, 2017

Leselust Rezension Buchtipp Liebesgeschichte Kurzmeinung

Ich bin mit extrem hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, da es ja so unglaublich gehyped wurde. Die Geschichte ist sehr einfühlsam und oft fast schon philosophisch erzählt. Sie handelt von Liebe, Familie, Freundschaft. Von verpassten Gelegenheiten und zweiten Chancen. Und von Menschen, mit all ihren Eigenarten und Fehlern. Ein tolles Buch, das mich aber nicht ganz so umgehauen hat, wie viele andere.

Bewertung: 4 Sterne 


Verlag: DiogenesSeiten: 368 | Preis: 22,00€ (Hardcover)

Klappentext

»Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.« Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.

Zum Buch 

Im Zentrum der Geschichte stehen die drei Geschwister Jules, Marty und Liz. Wir begleiten sie von ihrer Kindheit an bis ins Erwachsenenalter. Am Anfang gibt uns das Buch einen Einblick in das alltägliche Leben der Familie, in die Beziehung der Geschwister untereinander und zu den Eltern. Vertrautheit, Nähe und Wärme, aber auch Spannungen und Missgunst.
Doch das Leben der Geschwister gerät jäh aus den Fugen, als ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Die drei Vollwaisen kommen erst zu ihrer Tante und dann auf ein Internat. Und jeder geht ganz anderes mit dem Verlust um. Marty zieht sich zurück und verbringt die Tage vor den Computer, Liz flüchtet sich in Drogen und Männergeschichten. Und Jules, der eigentlich die Nähe seiner Geschwister sucht, ist auf sich allein gestellt und fühlt sich einsam. Bis er eine enge Freundschaft mit Alva, einem Mädchen aus seiner Klasse, eingeht. Und schnell wird klar, dass die beiden mehr verbindet, als nur Freundschaft.

Meine Meinung

Von Anfang an wird man als Leser in die Geschichte hineingezogen. Nach und nach werden die drei Geschwister feinfühlig vorgestellt und sorgfältig weiterentwickelt. Ich habe schnell einen Eindruck von den einzelnen Personen bekommen, von der Dynamik zwischen ihnen und wie sie sich unter welchen Umständen entwickeln.
Stellenweise wurde es mir dann aber ein bisschen zu pathetisch. Die Geschichte flaut zwischendurch etwas ab, plätschert nur so dahin.
Die Gedankengänge sind teilweise wirklich tiefgründig und regen zum Nachdenken an. Manche Phrasen haben mich als Leser beeindruckt und noch lange nach dem Lesen verfolgt.
Dann allerdings gab es auch hier wieder Passagen, wo dieses Tiefgründige etwas gezwungen wirkt und ins pseudo- philosophische abgleitet. So war zumindest mein Eindruck.
Die Liebesgeschichte zwischen Jules und Alva fand ich wunderschön. Es hat mich einige Nerven gekostet, dass sie sich so viele Jahre immer wieder verpasst haben, und ich habe mit ihnen gelitten und mit ihnen gefiebert, wann diese Liebenden endlich zueinander finden, wo sie doch so offensichtlich füreinander geschaffen waren. In der Beschreibung dieser Beziehung hat sich der Autor wirklich selbst übertroffen und allein dafür ist das Buch lesenswert.

Fazit 

Ich kann verstehen, was viele an "Vom Ende der Einsamkeit" so begeistert hat. Benedict Wells erzählt die Geschichte mit großer Ruhe und ich war stellenweise völlig gefangengenommen vom Fluss der Handlung, der Echtheit der Charaktere und der zauberhaften Liebesgeschichte. Aber dann gab es eben leider auch immer wieder Stellen, die sich eher mühsam gelesen haben und Passagen, die im Gesamtkonzept für mich nicht ganz stimmig waren.
Ein starkes Buch, für mich aber nicht überragend.


Mein herzlicher Dank gilt dem Diogenes Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars. 

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7 Kommentare

  1. Hallo Liebes, dieses Buch steht auch schon seit längerem auf meiner Leseliste hoffe dass ich es dieses Jahr mal noch in Angriff nehmen kann! Schade konnte es dich nicht zu 100% überzeugen, bin schon gespannt zu lesen! Wünsche dir ein tolles und erholsames Wochenende! ♥

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    1. Hallöchen,
      Naja, 4 Sterne hab ich vergeben. Ist für mich schon ein überdurchschnittlich gutes Buch. Nur eben nicht so ein absolutes Lieblingsbuch wie bei vielen anderen.
      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und bin gespannt auf deine Meinung.

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  2. Eine interessante Rezension, auch wenn man das Buch schon gelesen hat. :)

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    1. Dankeschön. :)
      Ich finde es eigentlich auch immer spannend, Rezensionen zu Büchern zu lesen, die ich auch schon kenne. Es interessiert mich, was andere zu den Büchern zu sagen haben, was ihnen daran gefallen oder eben auch nicht gefallen hat. :)
      Der Austausch über die Bücher ist für mich mit das Schönste an der ganzen Lese- Erfahrung. ;)
      LG

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  3. Eine Rezension wie sie sein soll, nur ein bisschen gemeckert. Und nicht gemeckert, ist halb gelobt. Versucht es mal mit den Titeln aus der Reihe Die Flucht von Albert
    Morava bei Weltbild: Sinnsuche zu Zeiten von Cholera www.krativleben.es

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    1. Danke für das Kompliment.
      Die Bücher werde ich mir mal ansehen. Danke für den Tipp.
      LG

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  4. Guten Morgen,
    ich habe mir das Buch nun auch endlich gekauft, weil so viele von Benedict Wells begeistert sind. Noch liegt es auf meinem SuB, aber bald wird es befreit. Ich bin total gespannt, wie es mir gefallen wird. Deine Rezension macht auf jeden Fall schonmal Lust darauf, es zu lesen.
    LG
    Yvonne
    #litnetzwerk

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Über mich


Hallöchen, ich bin Julia, 24, und der Bücherwurm hinter dem Blog Leselust.
Seit 2016 blogge ich hier über Bücher, Literaturevents und was mich sonst so beschäftigt.
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