Freitag, 23. September 2016

Harry Potter und das verwunschene Kind - J.K. Rowling, Jack Thorne, John Tiffany [Rezension]

Kurzmeinung: 

KEIN 8. Harry Potter Band, aber ein schönes Wiedersehen mit alten Freunden und ein erneutes Eintauchen in die magische Welt, die wir so lieben. 


Bewertung: 
5 Sterne -es ist eben Harry Potter


Verlag: Carlsen
Seiten: 336
Preis: 19,99€ (Hardcover), 14,99€ (eBook) 




Klappentext: 

Die achte Geschichte. Neunzehn Jahre später. Das Skript zum Theaterstück! 
Harry Potter und das verwunschene Kind, basierend auf einer neuen Geschichte von J.K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne, ist ein neues Theaterstück von Jack Thorne. Es erzählt die achte Geschichte in der Harry-Potter-Serie und ist gleichzeitig die erste offizielle Harry-Potter-Geschichte, die auf der Bühne präsentiert wird. 

Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.



Meine Meinung: 

Kaum ein Buch wurde wohl so heiß ersehnt, über kaum eine Geschichte im Vorfeld schon so viel spekuliert. 
Erst die Ankündigung -ein neues Harry Potter Buch- und alle Potterheads weltweit (ich inklusive) machten jauchzend Freudensprünge. Neue Geschichten aus der Zaubererwelt -ich konnte es kaum erwarten. Und dann die Ernüchterung: das Buch wird kein Roman, es wird nicht von J.K. Rowling selbst geschrieben, es wird kein achter Harry Potter Band... Zugegeben, ich hatte im Vorfeld dann gemischte Gefühle. Einerseits konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie es Harry, Ron, Hermine und all den anderen lieb gewonnenen Zauberern und Hexen in den letzten 19 Jahren ergangen ist. Andererseits hatte ich auch Angst, das meine hohen Erwartungen nicht erfüllt werden könnten und ich enttäuscht sein würde. 
Und dennoch habe ich voller Vorfreude auf das Erscheinen des Skripbuches hin gefiebert. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. 

Ich habe schon viele Rezensionen und Meinungen von Bloggern gelesen, denen die Geschichte nicht gefallen hat und teilweise kann ich das schon auch nachvollziehen. Aber ich glaube, viele sind vielleicht auch mit einer falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen. 
Ich bin wie gesagt ein riesiger Potter- Fan und lese auch gerne FanFiction (also Geschichten über die bekannten Charaktere, die von Fans geschrieben werden), nur um überhaupt wieder in meine geliebte magische Welt abtauchen zu können. Klar, ist das dann kein J.K. Rowling, aber immerhin neuer Harry Input. 
Und genau so bin ich dann auch an Harry Potter und das verwunschene Kind herangegangen. Es ist nicht von Rowling geschrieben, es ist kein achter Roman, Punkt fertig aus. Das heißt aber doch nicht, dass es nicht gut sein kann. 

Vorhang auf -es ist ein Theaterstück!

Außerdem habe ich beim Lesen im Hinterkopf behalten, dass es eben kein Roman ist, sondern das Skript zu einem Theaterstück. Dieser Text wurde für die Bühne geschrieben -und das merkt man auch. 
Ich habe einzelne Szenen gelesen und hatte den Eindruck, dass sie etwas albern wirken. Doch dann habe ich es mir auf der Bühne vorgestellt und plötzlich hat es dann gepasst. Szenen, die beim bloßen Lesen vielleicht seltsam sind, wirken auf der (leider nur vorgestellten) Bühne dann ganz anders. 
Und dann ist da natürlich noch das Auffälligste: die Form. Die Geschichte ist nur in Dialogen geschrieben, mit kleinen Beschreibungen am Anfang jeder neuen Szene. Das ist natürlich etwas völlig anderes, als ein Roman. Es bleibt viel mehr der eigenen Phantasie überlassen. 
Für viele Leser ist diese Form vielleicht ungewohnt, aber es sollte einen auf keinen Fall vom Lesen abschrecken. Man muss sich darauf einlassen, aber dann gewöhnt man sich auch ganz schnell daran, finde ich. 
Ich bin dankbar, dass es dieses Buchform des Theaterstücks gibt, denn nicht alle Potterheads hätten wohl die Zeit und das Geld, das Stück live in London zu sehen. Und so kann die Geschichte zu jedem Zauberer- Fan nach Hause kommen und niemand muss auf die neuen Harry Inhalte verzichten. 



Aber wie hat es mir denn nun gefallen? 

Als ich die erste Seite aufgeschlagen habe und angefangen habe zu lesen, war ich so aufgeregt und glücklich. Endlich gab es etwas Neues aus meiner geliebten Zauberwelt. Und dann waren sie da: Harry, Ron, Hermine, Ginny -all die bekannten und geliebten Charaktere. Und auch neue Freunde waren schnell ins Herz geschlossen: James, Albus, Rose, Scorpius -die neue Generation Hogwarts Schüler. 
Es war wie ein Wiedersehen mit alten Freunden und beim Lesen mancher Zeilen konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und habe mich dabei ertappt wie ich dachte "Typisch Ron!" oder "Ach Hermine, du hast dich auch überhaupt nicht verändert."
Aber wir können auch neue Seiten an bekannten Charakteren entdecken. So wird zum Beispiel Draco viel Raum gegeben und seine Gedanken und Motive stärker beleuchtet. Das hat mir richtig gut gefallen und ich fand es sehr spannend und in der Umsetzung auch gelungen. 

Zur Geschichte selbst will ich gar nicht so viel sagen, um niemanden zu spoilern. Aber Zeitreisen spielen eine wichtige Rolle und an sich finde ich das auch ein spannendes Thema. Doch teilweise wurde die Geschichte dann doch etwas sehr... abgedreht. 
Aber soll ich euch was sagen? Es war mir egal! Es hat mir trotzdem großen Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen, sie hat mich gefesselt, zum Lachen gebracht und das wichtigste: Ich habe neuen Harry Input bekommen, mich von alten Freunden umringt gefühlt und konnte auch als langweiliger Muggel wieder eintauchen in die magische Welt der Zauberer. 



Und eure Meinung?

Aber wie ist es euch gegangen? Wollt ihr das neue Buch lesen? Oder habt ihr es schon auf englisch verschlungen? 
Was waren eure Erwartungen und wurden sie erfüllt? 
Mich interessiert eure Meinung und ich würde mich sehr über einen Kommentar freuen. :) 
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Mittwoch, 21. September 2016

Die Geschichte der Baltimores - Joel Dicker [Rezension]


VerlagPiper
Seiten: 511
Preis: 24€ (Hardcover), 17,99€ (eBook) 

Bewertung: 5 Sterne 


Kurzmeinung:

Wieder ein sehr gutes Buch. Eine mitreißende Geschichte wunderbar ruhig erzählt mit glaubwürdige Protagonisten. Das großartige Porträt einer Familie -mit allen Höhen und Tiefen und Geheimnissen. 




Klappentext: 

Bis zum Tag der Katastrophe gab es zwei Goldman-Familien. Die Baltimore-Goldmans und die Montclair-Goldmans. Die »Montclairs« sind eine typische Mittelstandsfamilie, kleines Haus im unschicken New Jersey, staatliche Schule für Marcus, den einzigen Sohn. Ganz anders die Goldmans aus Baltimore: Man ist wohlhabend und erfolgreich, der Sohn Hillel hochbegabt, der Adoptivsohn Woody ein Sportass erster Güte. Als Kind ist Marcus hin- und hergerissen zwischen Bewunderung für diese »besseren« Verwandten und Eifersucht auf ihr perfektes Leben. Doch Hillel und Woody sind seine besten Freunde, zu dritt sind sie unschlagbar, zu dritt schwärmen sie für das Nachbarsmädchen Alexandra - bis ihre heile Welt eines Tages für immer zerbricht. Acht Jahre danach beschließt Marcus, inzwischen längst berühmter Schriftsteller, dass es Zeit ist, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben. Aber das Leben ist komplizierter als geahnt, und die »Wahrheit« über ihre Familie scheint viele Gesichter zu haben.


Zum Buch:

Alles dreht sich wie gesagt um eine Katastrophe, die 2004 geschehen ist. Der Protagonist Marcus Goldmann schreibt darüber im Jahr 2012. Aber die Rückblicke reichen bis 1989 zurück, um die Geschichte der Baltimores zu erzählen und dem Leser zu erklären, wie es zu der Katastrophe kommen konnte.
Als Kind verbringt Marcus seine Ferien und verlängerten Wochenenden in Baltimore, um mit seinen beiden Cousins das perfekte Dreiergespann zu bilden. Denn in Baltimore ist Marcus' Meinung nach alles besser. Die Familie seines Onkels Saul Goldmann ist sehr reich, lebt in einem schicken Viertel in einem riesigen Haus, hat Angestellte und teure Autos. Sein Onkel ist gütig und intelligent und seine Tante Anita warmherzig und elegant. Der junge Marcus kann nicht umhin, die Goldmanns aus Baltimore (die Baltimores) mit seiner ganz und gar durchschnittlichen Familie zu vergleichen und ertappt sich dabei, wie er manchmal seine Eltern "betrügt", weil er lieber ein Baltimore wäre. 
Doch aller Luxus ist nicht so wichtig, wie die Zeit, die er mit seinen beiden besten Freunden verbringen kann. Zusammen mit Hillel und Woody wird er schwerelos und unbesiegbar. Sie verbringen unbeschwerte Momente zusammen und teilen alles -auch ihre Liebe zu Alexandra Neville, einem älteren Mädchen aus der Nachbarschaft. 
Doch langsam beginnt eine Entwicklung, die schließlich in der Katastrophe münden wird, die alles für immer verändert. 
Marcus beginnt acht Jahre nach der Katastrophe, die Geschichte seiner Familie aufzuschreiben und dabei zu hinterfragen und zu verarbeiten. In den diversen Rückblicken erhalten wir neue Informationen, sehen die Dinge in einem anderen Licht und entdecken Details, die den drei Jungen von damals verborgen blieben, die sie noch nicht verstehen konnten. 
Und wieder einmal zeigt sich, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, und dass jeder seine eigene Wahrheit hat. 




Meine Meinung: 

Dieses Buch hatte es wahrscheinlich nicht leicht mit mir. Ich habe "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" so geliebt und konnte es kaum erwarten, dass zweite Buch von Joel Dicker zu lesen. Aber dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Und unwillkürlich habe ich dann beim Lesen dieses Buch mit dem Erstlingswerk verglichen -und wurde nicht enttäuscht. Zwar können die Baltimores nicht ganz an das erste Meisterwerk heranreichen, aber eben nur ganz knapp.

Joel Dicker kreiert hier ein weiteres Mal sehr plastische, echte Charaktere. Sie haben Ecken und Kanten, machen Fehler und gerade das macht sie so nah und menschlich. Sie lieben, leiden, sind neidisch, verzeihen -und als Leser erlebt man das alles mit ihnen, denn Dicker zieht uns so sehr in seine Geschichte hinein, bringt uns die Personen so nah, dass man gar nicht anders kann, als all ihre Gefühle mit ihnen zu empfinden.

Dabei behält er auch seinen herrlich unaufgeregten, eleganten und verzaubernden Schreibstil, der mich schon bei "Harry Quebert" so begeistert hat.

Auch dieses Buch wird wieder in mehreren Zeitebenen erzählt. Das ist hier allerdings nicht ganz so gut gelungen, wie bei dem ersten Buch.
Am Anfang war ich oft ein bisschen verloren und musste wieder zurückblättern, um mich an den Jahreszahlen zu orientieren. Aber dann findet man doch recht schnell in die Geschichte.

Alles dreht sich um diese eine große Katastrophe. Schon auf den ersten Seiten wird sie erwähnt und erst ganz zum Schluss erfahren wir, worum es sich dabei handelt. Allerdings wird während des ganzen Romans immer wieder Bezug auf "die Katastrophe" genommen. Dieses Stilmittel empfinde ich normalerweise als etwas billige Masche zum Spannungsaufbau. Doch bei Dicker hatte ich diesen Eindruck nur ganz selten und auch nur ganz leicht. Irgendwie hat er es mit seinem brillanten Schreibstil geschafft, sogar dieses Stilmittel gut umzusetzen. Aber ich finde, das hätte er eigentlich gar nicht nötig. Denn wer Geschichten so grandios erzählen kann, der braucht eigentlich keinen extra Trick zum Spannungsaufbau. 

Neben den Zeitsprüngen und dem Verweis auf die Katastrophe ist mein einziger kleiner Kritikpunkt, dass ich die Person des Marcus Goldman als nicht ganz konsequent weiterentwickelt empfunden habe. Wir erfahren in "Die Geschichte der Baltimores" viel über seine Jugend. Doch diesen jungen Marcus konnte ich nicht ganz in Einklang bringen mit dem Bild, was ich in dem ersten Buch von ihm gemacht habe.
Aber innerhalb des zweiten Buches sind die Entwicklungen der Charaktere und auch ihrer Beziehungen zueinander absolut stimmig, nachvollziehbar und glaubwürdig. 

Richtig gut gefallen hat mir die Entwicklung der Geschichte. Wir erfahren viel aus dem "aktuellen" Leben von Marcus Goldmann, aber auch aus seiner Vergangenheit. Wir bekommen Szenen aus seiner Jugend geschildert, wie er sie damals wahrgenommen hat, aber der ältere Marcus reflektiert die Geschehnisse von damals auch. 
Und nach und nach entblättert sich vor dem Leser die Geschichte der Goldmanns, zweier sehr unterschiedlicher Familien. Und immer dann, wenn man sich gerade eine Meinung gebildet hat, gibt Dicker eine neue Sicht auf die Dingen, die den Leser wieder alles hinterfragen lassen. 
Sehr gelungen fand ich die subtile Darstellung, dass, wenn die Geschichte einer Familie erzählt wird, es nicht DIE eine, gültige Wahrheit gibt, sondern das eben jeder seine eigene Sicht, seine eigene Wahrheit hat. 


Fazit:

Insgesamt ist es wirklich ein hervorragendes Buch, dass nur ganz knapp hinter dem Meisterwerk "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" zurückbleibt. 
Es ist wahrscheinlich gemein, dieses Buch mit seinem Vorgänger zu vergleichen, da es ein unglaublich hoher Vergleichsmaßstab ist. Und dennoch schneidet "Die Geschichte der Baltimores" sehr gut ab. Es ist ein schön geschriebenes, spannendes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Meinen herzlichsten Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar. Damit wurde eine kleine Bloggerin sehr glücklich gemacht. :) 
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Freitag, 16. September 2016

Rezension: "Bittere Wunden" von Karin Slaughter



Verlag: Blanvalet 
Seiten: 576
Preis: 19,99€ (Hardcover), 9,99€ (Taschenbuch), 8,99€ (eBook) 



Bewertung: 5 Sterne 



Kurzmeinung:

Eines der besten Bücher, die ich von Karin Slaughter gelesen habe.





Klappentext:

Die tiefsten Wunden sind jene, die uns die Vergangenheit zufügt.

Eine Studentin verschwindet spurlos, doch als Will Trent sich an ihre Fersen heftet, wird ihm der Fall mit unerwarteter Heftigkeit entzogen. Amanda Wagner, seine undurchschaubare Vorgesetzte, scheint mit aller Macht verhindern zu wollen, dass sich Will in die Ermittlung einschaltet.
Warum? Möchte sie ihn bestrafen oder schützen?
Erst als sich Will und Amanda in einem verlassenen Waisenhaus gegenüberstehen, kommt die Wahrheit ans Licht, die nicht nur das lange Geheimnis um Will Trents Vergangenheit aufdeckt, sondern ein grausames Netz aus Verrat, Korruption und bitterem Hass entlarvt.



Zum Buch:

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt.

Atlanta, August 1974.

Auf dem Straßenstrich stehen Kitty, Lucy, Jane und Mary; ihr schwarzer Zuhälter Juice führt die Mädchen mit brutaler Gewalt.
Dann ist eines der Mädchen tod, zerschmettert liegt sie im Innenhof eines Wohnbunkers in den Slums von Atlanta. Juice ein willkommener Täter.
Die Polizeiarbeit wird schlampig und oberflächig gemacht, es ist ja “nur eine Nutte”, die da wohl Selbstmord begangen hat.

Amanda Wagner und Evelyn Mitchell, zwei weibliche Polizistinnen in Zivil, kämpfen gegen Sexismus und Korruption im Dezernat. Sie finden Spuren, die eindeutig auf Mord hinweisen und fangen an auf eigener Faust zu ermitteln. Fazit: es sind noch mehr junge Mädchen spurlos verschwunden und alle kannten sich.
Es ist schwer in dieser Zeit eine Frau zu sein, die nicht am Herd steht, auch die Dienstmarke verschafft den Ermittlerinnen keinen Respekt in der Männerdomaine.


Atlanta, Gegenwart.

Ein Frauenmörder wird aus der Haft entlassen und zeitgleich verschwindet eine junge, blonde Studentin spurlos. Amanda Wagner übernimmt persönlich die Ermittlungen, doch Will Trent darf nicht mitermitteln, er wird aus nichtigen Gründen strafversetzt -an den Flughafen von Atlanta.
Gerade das weckt natürlich seine Neugier an diesem Fall.
In einem leerstehenden Waisenhaus begegnen Trent und seine Freundin Dr. Sara Linton plötzlich Amanda Wagner. Was gibt es in diesem Kinderheim zu finden, das Amanda Wagner persönlich hier einsteigt?

Bald wird klar, das der aktuelle Fall mit dem Fall von 1974 zusammen hängt. Die beiden jungen Ermittlerinnen riskierten 1974 ihren Job und ihr Leben um zu ermitteln, was den drogensüchtigen Mädchen geschehen ist.

Also fängt Will an auf eigene Faust zu ermitteln und eine ungebändigte, kalte Wut bringt ihn dabei an seine seelischen und körperlichen Grenzen.
Wird er durch seine Vergangenheit die Gegenwart zerstören?




Meine Meinung:

Zuerst sollte ich sagen, dass ich ein großer Karin Slaughter Fan bin und beide Krimireihen - die um Dr. Sara Linton und ihrem Exmann Jeffrey Tolliver und auch die um Will Trent und Faith Mitchell- verschlungen habe.
Und dann der Clou, beide Reihen miteinander zu verbinden – genial!
“Bittere Wunden” hat mich von Anfang an gefesselt und zum Ende hin nicht mehr los gelassen.
Die Autorin führt uns auf zwei Zeitebenen durch das Buch, die aber gut gekennzeichnet sind.

Endlich erfahren wir mehr über das seltsame Verhältnis von Amanda Wagner zu Will Trent. Dieses Buch enthüllt die Vorgeschichte von Trent und erzählt uns wie es zu seiner Abhängigkeit von seiner Ehefrau Angie Polaski gekommen ist.
Aber auch die kalte und berechnende Amanda Wagner wird uns in diesem Buch näher gebracht.

Überhaupt gibt das Buch den persönlichen Geschichten der Protagonisten viel Raum.
Ich persönlich finde das sehr gut, für mich lebt ein Krimi nicht nur vom Fall an sich, sondern ich möchte auch etwas über die Ermittler erfahren.
Und in diesem Band wird endlich meine Neugierde befriedigt.

Das Buch hat mich aber auch wütend gemacht. Ist es wirklich erst so kurze Zeit her, dass wir Frauen nicht mehr unter der Vormundschaft unserer Männer stehen? Und Alkohol im Dienst, verbunden mit Rassendiskreminierung und Sexismus – eine gefährliche Mischung.

Um so mehr verstehe ich jetzt Amanda Wagner, die sich als Frau unter diesen Bedingungen an die Spitze des Georgia Bureau of Investigation (GBI) hoch gearbeitet hat.




Mein Fazit: 

Absolut lesenswert und ein Muss für Karin Slaughter Fans.





Mein herzlicher Dank gilt dem Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag.
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Montag, 12. September 2016

Rezension: "Solange wir lügen" von E. Lockhart


Verlag: Ravensburger Buchverlag
Seiten: 320
Preis: 14,99€ (Hardcover), 12,99€ (eBook)


Bewertung: 5 Sterne



Kurzmeinung: 

Eigentlich wollte ich nur die Leseprobe lesen. Und dann habe ich dieses Buch an einem Tag verschlungen. Wahnsinnig spannend!



Klappentext:

Eine wohlhabende Familie.
Ein Mädchen ohne Erinnerung an die letzten beiden Sommer.
Vier Jugendliche, deren Freundschaft in einer Katastrophe endet.
Ein Unfall. Ein schreckliches Geheimnis.
Nichts als Lügen. Wahre Liebe. Die Wahrheit.



Zum Buch:

Es geht um vier Jugendliche aus guter Familie, die jeden Sommer zusammen auf der familieneigenen Privatinsel verbringen.
Gat, Cadence, Mirren und Johnny sind schon lange befreundet, verbringen im Sommer sehr viel Zeit zusammen, doch den Rest des Jahres haben sie kaum Kontakt.

Auf den ersten Blick wirkt alles perfekt. Candence Familie gehört zu den Schönen und Reichen und alle verstehen sich blendet. Doch schon bald wird klar, dass es unter der Oberfläche brodelt und bei weitem nicht alles so rosig ist, wie es scheint.

Die vier Freunde navigieren ihren Weg um Fettnäpfchen und Konflikte und lernen schnell, was es bedeutet, zur dieser Familie zu gehören und was von ihnen erwartet wird.
Dennoch verbringen sie immer eine schöne Zeit auf der Insel und genießen die gemeinsamen Momente. Die Jugendlichen geben sich gegenseitig Halt und Kraft. Langsam bahnt sich auch eine zarte Liebe zwischen Cadence und Gat an.

Doch dann passiert ein schrecklicher Unfall: Cadence wird mit einer Kopfwunde halb ertrunken am Strand gefunden. Sie selbst kann sich nicht an der Unfall erinnern. Und nicht nur das: ihr fehlt komplett die Erinnerungen an den "Sommer Fünfzehn". 
Zwei Jahre später macht sich Cadence schließlich daran ihre Erinnerungslücken zu füllen. Und was sie erfährt, bringt ihre ganze Welt durcheinander. 


Meine Meinung:

Das Buch lässt sich sehr leicht lesen und ist super spannend. Nachdem ich die ersten Seiten gelesen habe, konnte ich es wirklich nicht mehr aus der Hand legen.

Die jetzt 17-jährige Cadence ist die Ich- Erzählerin. Am Anfang wird nach und nach die ganze Familie eingeführt. Das ist erst ein bisschen verwirrend, da es viele Personen sind, die ja auch noch alle miteinander verwandt sind. Gelungen ist daher der vorne im Buch abgedruckte Stammbaum der Familie. Das ist gerade am Anfang wirklich sehr hilfreich.

Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern in vielen kleinen Rückblenden. Genau wie Cadance nach und nach ihre Erinnerungslücken füllen kann, bekommt auch der Leser erst im Laufe des Buches ein klareres Bild von den Geschehnisse. Das erzeugt viel Spannung, jedoch ohne dabei den Leser zu verwirren. Den Lesefluss erleichtert hat auch, dass die Sommer durchnummeriert waren (und zwar nach dem Alter der Jugendlichen in dem jeweiligen Sommer). So konnte man auch in Rückblenden leicht die Übersicht behalten.

Auch die verschiedenen Charaktere lernt man erst nach und nach kennen und im Laufe des Buches verfeinern sich die Bilder, die man von ihnen hat, immer mehr. 


"Ich weiß nicht, ob ich ein guter Mensch bin" "Ich glaube, das weiß niemand von sich selbst", sagte ich. "Und ich habe keine Ahnung, wie man überhaupt einer ist. Ich improvisiere einfach." (S. 40)

Doch dieses Buch lebt nicht nur von der Spannung. Es werden auch viele Interessante Themen angesprochen. Die Kluft zwischen Arm und Reich, das Ignorieren und Verschweigen von Problemen. Es geht um den Druck von hohen Erwartungen, um Diskriminierung, um Glaube, Liebe, Freundschaft.


"Du kannst nicht an Gott glauben, nur weil sie [seine Mutter] es will." "Nein. Aber die Frage ist: Kann ich ein guter Mensch sein, wenn ich an nichts mehr glaube?" (S.42)


Sehr gut gefallen haben mir auch die kurzen Märchen zwischendurch. Ein vollkommener Bruch mit dem Schreibstil, aber trotzdem hat es ins Gesamtkonzept gepasst. Eine Bereicherung für das Buch. Die Märchen passten außerdem auch immer zur jeweiligen Handlung und wenn man die Aussagen der Märchen im Hinterkopf hatte, konnte man während des Lesens auch auf andere Details der Story achten.

Wer hat die Töchter des Königs letztendlich getötet: der Drache, oder der König selbst? 

Doch am besten gefallen hat mir das Ende. Die Meinungen darüber gingen ja sehr auseinander -mich hat es sehr beeindruckt und für mich kam es absolut unerwartet. 
Ein Ende mit Schockwirkung. 


Fazit: 

Eine sehr spannende Geschichte mit einem unvorhersehbaren Ende. Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen, hat jedoch trotzdem auch einen gewissen Tiefgang. 
Die perfekte Lektüre um die letzten warmen Sommertage zu genießen. 
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Samstag, 10. September 2016

#Buchpassion - mein Bekenntnis zum Buch

Die liebe Janine vom Blog Kaprizioes hatte die wundervolle Idee zur Aktion #buchpassion und hat Blogger und Verlage aufgerufen, ihr Bekenntnis zum Buch zu teilen. Da musste ich natürlich mitmachen! 




Wie wahrscheinlich unschwer zu erkennen ist, liebe ich Bücher und verbringe meine Zeit gerne zwischen den Seiten -sonst hätte ich wohl auch kaum einen Bücherblog.

Aber wie fing diese Liebe an?

Das kann ich irgendwie gar nicht so genau sagen. Ich lese eigentlich schon gerne, solange ich mich erinnern kann. Früher haben meine Eltern mir viel vorgelesen und so vielleicht den Grundstein gelegt. Und ich weiß noch, was für ein tolles Gefühl das war, als ich dann endlich selber lesen konnte und nicht mehr auf andere angewiesen war, um in tolle Geschichten eintauchen zu können. Und seit dem lese ich fast alles, was ich so in die Finger bekomme.

Welches Buch bedeutet mir am meisten?

Wenn man von anderen als Leseratte enttarnt wurde kommt ja oft die Frage nach dem Lieblingsbuch. Damit tue ich mich wirklich immer schwer. Es gibt zu viele tolle Bücher um nur ein einziges auswählen zu können. Außerdem hängt es für mich auch von meiner Stimmung ab, und auch mit dem Alter hat sich das geändert.

Aber ein Buch, was mich auf jeden Fall sehr bewegt und geprägt hat ist Harry Potter.
Diese Reihe hat mich durch meine Kindheit begleitet, ich bin mit ihr aufgewachsen und vertiefe mich immer noch gern in diese magische Welt. Außerdem hat es damals auch meine Bücherliebe mitbegründet und auf jeden Fall ordentlich angefacht :) Und seit dem bin ich euch echter Potterhead und begeisterte Leseratte. 



Welche Rolle spielen Bücher in meinem Leben?

So, jetzt wisst ihr, wie ich zum Lesen gekommen bin. Und wieso bin ich dabei geblieben?
Bücher können mich in andere Welten entführen und ich kann durch sie Erfahrungen machen, die mir sonst verwehrt bleiben würden. Ich glaube, ich habe viel durch Bücher gelernt, gerade auch als Kind und Jugendliche. Und auch heute noch finde ich es großartig, wie mich gute Bücher zum Nachdenken anregen können oder mir Blickwinkel auf Themen eröffnen, die ich so noch gar nicht gesehen habe.
Außerdem sind meine liebsten Buchcharaktere auch wie gute Freunde für mich und begleiten mich durch schwere Zeiten. Ich kann mich mit ihnen freuen und mit ihnen leiden.
Bücher sind einfach eine riesige Bereicherung in meinem Leben und ich genieße es jedes Mal aufs Neue, mich in den Seiten verlieren zu können. Es ist ein Hobby und eine Leidenschaft! 


Und warum über Bücher bloggen?

Ich liebe es, meine Begeisterung für Bücher mit anderen zu teilen. Schon seit der Schulzeit bin ich in Lesekreisen, wo ich mich regelmäßig mit anderen Leseratten treffe und wir uns über unsere Highlights und Flops austauschen, uns Bücher empfehlen und Anregungen bekommen.

Meine erste Erfahrung mit einer online Bücher-Community war dann Lovelybooks und das hat mir sehr gefallen. Über eine Leserunde dort habe ich meine erste Rezension geschrieben und dann war plötzlich die Idee eines eigenen Bücherblog geboren. Und ganz schnell war ich drin in der riesigen und absolut liebenswerten Buchblogger Community auf Twitter und Instagram und wo sich die Bücherwürmer überall tummeln. Es ist eine großartige Gemeinschaft und ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Alle sind sehr hilfsbreit und freundlich, was den Einstieg sehr angenehm gemacht hat.

Ja, und seit dem habe ich tolle neue Bekanntschaften machen dürfen, kann mich täglich über Bücher austauschen und habe immer Kontakt zu Leuten, die meine Leidenschaft fürs gedruckte Wort mit mir teilen. Der einzige Nachteil ist, dass durch die ganzen vielen Blogs, die ich jetzt lese und den Bloggern, denen ich folge mein SuB ins unermessliche gewachsen ist.
Aber dafür nehme ich mir auch noch mehr Zeit zum Lesen. :)

Highlight -der Dialog mit euch!

Was mich immer am allermeisten freut und mein Blogger- Herz höher schlagen lässt ist der Austausch mit anderen Lesern, Bloggern und Verlagen.
Ich freue mich jedes mal wie ein kleines Kind, wenn mir jemand schreibt, dass er ein Buch auf meine Empfehlung hin gelesen hat. Das bedeutet mir wirklich viel.

Genauso freue ich mich über jeden Kommentar, Like, Retweet -ich genieße einfach den Kontakt mit euch. Also lasst mir gerne einen Kommentar da, schreibt mir eine Nachricht oder sendet Rauchzeichen; ich bin für alles offen ;)



Und jetzt schnell wieder ran an die Bücher, schließlich läuft gerade noch der Lesemarathon.
Auch sehr lesenswert sind die ganzen anderen Artikel, die im Rahmen der #Buchpassion Aktion geschrieben wurden. Schaut einfach bei Kaprizioes vorbei, um Links zu allen Artikeln zu finden.

Ich wünsche euch noch ein lesereiches Wochenende!