Lesemonat || Juli

20:54:00

Diesen Monat bin ich leider nicht viel zum Lesen gekommen, da ich mitten in den Prüfungen stecke. 
Aber hier trotzdem meine Lese- Ausbeute für diesen Monat. Vier Bücher sind es geworden und 1761 Seiten. Also ca 58 Seiten pro Tag. 
Ich freue mich schon so auf den August, wenn ich wieder mehr Zeit zum Lesen haben werden. Es haben sich auch schon einige Bücher angestaut, die unbedingt bald gelesen werden wollen :) 
Aber hier erstmal die Bücher von diesem Monat: 




1. You against me -- Jenny Downham (3,5 Sterne) 

--> eine verzwickte Liebesgeschichte, die viele moralische Fragen aufwirft. Lässt sich sehr leicht und flüssig lesen und ist auch richtig spannend. Das Ende hat mich allerdings ziemlich enttäuscht und manchmal hätten die Charaktere etwas mehr Tiefe gebraucht. 

Klappentext:
Seit Mikeys fünfzehnjährige Schwester Karyn von Tom, Sohn reicher Eltern, vergewaltigt worden ist, verlässt sie ihr Zimmer nicht mehr. Mit der Mutter, die trinkt, ist nicht zu rechnen. Alles bleibt nun an Mikey hängen, auch um die kleine Schwester Holly kümmert er sich. Und diesem Tom würde er es am liebsten heimzahlen. Ein Flirt mit Toms Schwester Ellie scheint das einfachste Mittel, um näher an ihn ranzukommen. Doch als Liebe daraus wird, wird die Sache kompliziert: Hält Mikey zu seiner Schwester oder steht er zu Ellie? Und für welche Seite entscheidet sich Ellie? Für ihren Bruder und ihre Familie – oder für den Jungen, den sie liebt?



2. Ein letzter Tanz -- Judith Lennox (2 Sterne) 

--> Ein Familiendrama über mehrere Generationen. Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen. Danach plätschert die Geschichte leider nur noch so vor sich hin. Der Schluss ist wieder ganz gut. Ein interessanter Schreibansatz, dass ein Haus (das Herrenhaus Rosindell) in der Geschichte so eine zentrale Rolle spielt... 

Klappentext: 
Anlässlich ihres 75. Geburtstags lädt Esme ihre Kinder und Enkel in das leer stehende Herrenhaus Rosindell an der Küste von Devon ein. Alles hier erinnert sie an glamouröse Zeiten mit rauschenden Sommerfesten, an den Beginn der einen großen Liebe ihres Lebens – aber auch an jene unheilvolle Affäre, die hier einst begann und in eine Tragödie mündete, die noch zwei Generationen später nachklingt. Erst jetzt hat Esme den Mut, das Geheimnis ihrer Familie aufzuklären und dem Fluch ein Ende zu setzen.



3. Erwartung (Der Marco Effekt) -- Jussi Adler- Ohlsen (4 Sterne)

--> Der 5. Fall für Carl Mørck und wie immer spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Auch die Entwicklung der Hintergrundgeschichten hat mir gut gefallen. Es kommt ein neuer Charakter hinzu, der das Team ein bisschen aufmischt. 
Außerdem konnte ich mit diesem Buch wieder einen Titel von meiner Liste streichen. :) 

Klappentext: 
Marco ist fünfzehn und hasst sein Leben in einem Clan,dessen Mitglieder von ihrem gewalttätigen und zynischen Anführer Zola in die Kriminalität gezwungen werden. Als er sein Sklavendasein nicht mehr aushält und flieht, stößt er ganz in der Nähe von Zolas Wohnsitz auf eine Männerleiche …
Die Suche nach dem Mörder führt Carl, Assad, Rose und Gordon, den Neuen im Sonderdezernat Q, tief hinein in das Netzwerk der Kopenhagener Unterwelt, in den Sumpf von Korruption und schweren Verbrechen in Politik und Finanzwelt– und sie zieht Kreise bis in den afrikanischen Dschungel.



4. Einmal im Leben -- Jhumpa Lahiri (3 Sterne)

--> eine schöne Liebesgeschichte. Ich mochte die kulturellen Aspekte und das die Geschichte aus den Perspektiven beider Liebender erzählt wurde. Das Ende hat mich überrascht. 

Klappentext: 
Hema und Kaushik lernen sich in Massachusetts kennen. Ihre Eltern, die aus Bengalen stammen, sind befreundet, sie selbst können wenig miteinander anfangen. Dafür ist der ältere Kaushik viel zu in sich gekehrt. Hema himmelt ihn erfolglos von ferne an. Fast zwanzig Jahre später begegnen sie sich zufällig in Rom: Kaushik ist ein angesehener Kriegsfotograf, Hema will vor einer Vernunftehe in Kalkutta ein letztes Mal die Freiheit kosten. Heimatlos sind sie beide, weltgewandt und doch getrieben. Eine jähe, wilde Liebe erfasst sie. Aber vielleicht ist es zu spät.

Rezension: "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee

15:54:00

Verlag: rowohlt
Seiten: 464 
Preis:  19,59€ (Hardcover),   9,99€ (Taschenbuch)

Bewertung: 4/5 Sternen 


Kurzmeinung

Bei diesem Pulitzer-Preis-Gewinner hatte ich etwas anderes erwartet, etwas schweres, hochliterarisches. Stattdessen überraschte mich eine atmosphärische Geschichte aus dem Leben zweier Kinder in den Südstaaten der 1930er. Es liest sich sehr leicht; dennoch werden einige schwierige Themen behandelt. 



Klappentext

Amerika in den 30er Jahren. In die idyllische Südstaaten-Kindheit der achtjährigen Scout und ihres älteren Bruders Jem drängt sich die brutale Wirklichkeit aus Vorurteilen und Rassismus. Scouts Vater Atticus, ein menschenfreundlicher Anwalt, soll den schwarzen Landarbeiter Tom Robinson verteidigen, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat. Tapfer versuchen Scout und ihr Bruder, das demokratische Gerechtigkeitsempfinden ihres Vaters zu unterstützen, und geraten dabei selbst in große Gefahr.

Zum Buch

Die Geschichte wird aus Sicht der aufgeweckten Jean Louise, genannt Scout, erzählt. Sie lebt mit ihrem älteren Bruder Jem und ihrem Vater Atticus Finch in der fiktiven Kleinstadt Maycomb Alabama . Zunächst taucht man ein in die Atmosphäre der Südstaaten der 1930er und erlebt durch Souts Augen eine unbeschwerte Kindheit dieser Zeit. Es sind Sommerferien und die Kinder spielen den ganzen Tag draußen, können sich frei in der Nachbarschaft bewegen und jeder kennt jeden in dieser Kleinstadt- Idylle. Bald bekommt das Geschwisterpaar Verstärkung in Form des Nachbarjungen Dill und zu dritt verbringen sie einen unbeschwerten Sommer. Viel Raum nehmen dabei auch die Spekulationen über den mysteriösen Nachbarn Arthur (Boo) Radley ein. Dieser soll irgendwie gestört sein und nie das Haus seines Vaters verlassen. Der ältere Jem schmückt die Gerüchte mit gruseligen Details für die beiden Jüngeren; es entwickelt sich so manche Mutprobe, sich zum Beispiel Boos Haus zu nähren. 
Im Laufe der Geschichte lernen die Geschwister jedoch die menschliche Seite an Boo kennen, der ihnen kleine Geschenke in einem Astloch in einem Baum hinterlegt, den sie auf ihrem Schulweg passieren. 

Die kindliche Idylle der Finch- Geschwister wird jedoch je Erschüttert, als ihr Vater, Rechtsanwalt, die Verteidigung des schwarzen Farmarbeiters Tom Robinson übernimmt. Dieser soll eine weiße junge Frau geschlagen und vergewaltigt haben. 
In Maycomb herrscht immer noch starker Rassismus und die weiße Bevölkerung ist schockiert darüber, dass "einer der Ihren" einen "Neger" vertritt. Und so setzt Atticus nicht nur seinen Ruf und sein Ansehen aufs Spiel, sondern sogar sein Leben. Denn die aufgebrachten Farmer wollen nicht auf das Urteil des Gerichts warten und an Tom Selbstjustiz üben. Atticus, der so etwas schon geahnt hatte, ist zwar zur Stelle und versucht, die Männer zu beschwichtigen. Letztendlich ist es aber Scout, die mit ihrer kindlichen Unschuld die aufgeheizte Situation beruhigen kann. 
Auch Scout und Jem bekommen den Unmut ihrer Mitschüler zu spüren und müssen sich mit schweren moralischen Fragen auseinandersetzen. Ihr Vater ist dabei immer Vorbild und Leitfigur in moralischen Fragen. Er ist immer bereit, den Kindern sein Verhalten zu erklären und zu begründen. 

Schließlich findet die Gerichtsverhandlung statt und es kommt zu so manch überraschender Wendung. Atticus' Schlussplädoyer ist ein Appell and die Menschlichkeit und er fordert Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen. Doch die Kleinstadt ist noch nicht bereit für diese Einsicht. 

Meine Meinung

Wie gesagt, hatte ich etwas anderes erwartet. Von dem Pulitzer Preis- Gewinner war ich immer etwas eingeschüchtert. Als ich mich jetzt aber an die Lektüre gewagt habe, hat mich die sommerliche Kleinstadt-Atmosphäre gleich gefangen genommen und die aufgeweckte Scout habe ich sofort ins Herz geschlossen. 
Bis zur Hälfte des Buches ungefähr ist die Geschichte ausgefüllt von den Erzählungen über die Abenteuer und den Alltag der Kinder. Das ist nicht übermäßig spannend und auch nicht von großem moralischen Anspruch oder Ähnlichem. Aber es ließt sich sehr flüssig und die Autorin nimmt sich viel Zeit, die einzelnen Charaktere vorzustellen und dem Leser ein Gefühl für die Menschen und die Stimmung in der Kleinstadt Maycomb zu geben. 
Die Schilderung der ganzen Rassen- Problematik und der Gerichtsverhandlung ist absolut gelungen, besonders, da man die Geschehnisse ja durch die Augen der kleinen Scout sieht. Und oft ist es ihre kindliche Unschuld und ihre naiven Fragen, die einem die Absurdität der Vorurteile der Erwachsenen besonders offensichtlich erscheinen lassen. 

Anfangs musste ich ein bisschen schlucken, als immer wieder Begriffe wie "Neger" oder "Nigger" vorkamen. Doch nach einer Weile konnte ich diese Ausdrucksweise als zu der Atmosphäre und der Zeit gehörig akzeptieren und im Gesamtbild ist es ja auch durchaus stimmig. Dennoch erfordert es natürlich zunächst einmal ein Umdenken, wenn man als Leser so vollkommen anders sozialisiert wurde. 

Mein Highlight aus dem Buch ist Atticus Finch. Ein wundervoller Charakter, der versucht, allen gerecht  zu werden und seine moralischen Werte über sein Ansehen und das seiner Familie stellt. Er ist dabei ein liebevoller Vater, der sich immer Zeit nimmt, die Fragen seiner Kinder zu beantworten und sie ihre eigenen Schlüsse ziehen zu lassen. Er hat hohe Ansprüche an sich und an seine Kinder, ist aber gleichzeitig voller Verständnis und Respekt für sie und die anderen Bewohner der Stadt, die diese Ansprüche nicht erfüllen und ihn und auch andere schlecht behandeln. Es ist diese Größe, die mich so beeindruckt hat. Er lehrt seine Kinder Besonnenheit, und das man erst in die Haut des anderen schlüpfen und darin herumwandern muss, bevor man sein Verhalten beurteilen darf. 
Viele seiner Aussagen habe ich mir herausgeschrieben, um sie nicht zu vergessen, weil aus ihnen so viel Weisheit spricht. So zum Beispiel: 


Scout: Atticus, du musst dich irren.   Atticus: Wieso?    Scout: Weil die meisten Leute denken, dass du dich irrst.   Atticus: Sind berechtigt so zu denken und können verlangen, dass wir ihre Meinung akzeptieren. Aber bevor ich mit anderen leben kann, muss ich mit mir selbst leben. Das einzige, das sich keinem Mehrheitsbeschluss beugen darf, ist das menschliche Gewissen.


Fazit 

Insgesamt kann man die vorherrschende Stimmung und Werte in Alabama der 1930er sehr gut nachempfinden und völlig in die Kleinstadtatmosphäre eintauchen. Man kann seine eigenen Einstellungen hinterfragen und sie an den hohen Standards von Atticus messen. 
Das Problem der Vorurteile ist ja in irgendeiner Form leider immer noch aktuell und wird es wahrscheinlich auch noch eine weile bleiben. 
Daher kann ich dieses Buch wirklich uneingeschränkt empfehlen, wobei es gleichzeitig auch eine schön geschriebene Geschichte ist und sich toll lesen lässt. 
Es ist eine Geschichte, die man mit seinen Kindern lesen kann und bietet sicherlich auch dort viel Stoff für Diskussionen, ob in der Familie oder als Lektüre in der Schule. 

4 Sterne

Rezension: "Veronika beschließt zu sterben" von Paulo Coelho

13:46:00




Verlag: Diogenes 
Seiten: 224
Preis: 10€ (Hardcover, Taschenbuch), 7,99€ (eBook) 


Bewertung: 4 von 5 Sternen 


Kurzmeinung: 

Dieses Buch hat mir wirklich bewegt und zum Nachdenken angeregt. In wunderschöner Sprache hinterfragt Coelho, was eigentlich "normal" ist und zeigt die alltäglichen Zwänge der Gesellschaft auf. Sehr eindrücklich werden das Leben und Leiden der Charaktere beschrieben. Das Bucht ist voller schöner Zitate, die mich noch lange verfolgt haben und werden. 


Klappentext: 

Die Geschichte einer unglücklichen jungen Frau, die sterben will und erst angesichts des Todes entdeckt, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert. Ein wunderbares Buch über die Prise ›Verrücktheit‹, die es braucht, um den eigenen Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen, und eine große Liebeserklärung an das Glück in jedem von uns



S.17 "Veronika hatte beschlossen, an diesem schönen in Ljubljana zu sterben, während bolivianische Musiker auf dem Platz spielten, ein junger Mann unter ihrem Fenster vorbeiging, und sie war glücklich über das, was ihre Augen sahen und ihre Ohren hörten. Noch glücklicher war sie, dass sie dies nicht noch weitere dreißig, vierzig oder fünfzig Jahre sehen musste, denn es würde sich abnutzen und zur Tragödie eines Lebens werden, in dem sich alles wiederholte und ein Tag dem anderen
gleicht."


Zum Buch: 


Gleich zum Anfang des Buches lernen wir Veronika kennen, die nicht mehr so richtig Lust auf das Leben hat und keine Perspektive für sich sieht. Sie beschließt daher sich das Leben zu nehmen. 



S.13 "Ihr Leben verlief gleichförmig, und wenn die Jugend erst einmal vorbei war, würde es nur noch abwärts gehen, sie würde altern, krank werden, Freunde verlieren. Letztlich würde Weiterleben nichts bringen, vermutlich nur mehr Leid."

So nimmt Veronika eine Überdosis Pillen und legt sich hin, um auf den Tod zu warten. Der Selbstmordversuch misslingt allerdings und sie erwacht in der Psychiatrie "Villette". Dort teilen die Ärzte ihr mit, dass ihr Herz durch die Pillen stark geschädigt wurde und sie in den nächsten Tagen sterben wird. 
So ist die Protagonisten nun gezwungen, sich mit dieser skurrilen Situation zu arrangieren und lernt das Leben in Vilette und seine Bewohner kennen. 


S. 21 "Wie sollte man in einer Welt, in der man um jeden Preis versucht zu überleben, Menschen beurteilen, die zu sterben beschließen?"

Und in dieser ungewöhnlichen Umgebung und im Austausch mit den vermeintlich "Verrückten" lernt sie, dass es im Leben so viel mehr gibt, als sich an Regeln zu halten und sich den Normen entsprechend zu verhalten. Sie lernt sich selbst (wieder) kennen und entdeckt ihre alten Wünsche und Träume. Losgelöst von den Zwängen der Gesellschaft hinterfragt sie, was denn "normales" Verhalten ist und wem es eigentlich zusteht, sie zu bewerten. 


S.181 "Jeder Mensch ist einmalig und einzigartig, mit seinen Eigenschaften, Trieben, Begierden und Abenteuern. Doch die Gesellschaft zwingt ihm ein kollektives Verhaltensmuster auf..."

Sie kann frei und ungezwungen einfach sie selbst sein, ohne das sie von jemandem beurteilt wird -und findet dadurch zu sich selbst und ins Leben zurück. 


S. 46  "Hier drinnen können alle sagen, was sie denken, tun, was sie wollen, ohne auf Kritik zu stoßen."
S. 73 "Als ich die Tabletten genommen habe, wollte ich jemanden umbringen, den ich hasste. Ich wusste nicht, dass es in mir auch Veronikas gab, die ich lieben könnte."


Natürlich ist das kein leichter Weg und Veronika hadert immer wieder mit ihrem Schicksal. Es findet in ihr eine Entwicklung statt, die man als Leser auch gut nachvollziehen kann. 



Meine Meinung: 

Was für ein schönes Buch. Es hat mich wirklich sehr bewegt. Wie ihr eventuell schon gemerkt habt, habe ich mir sehr viele schöne Zitate rausgeschrieben, die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben. (Deswegen habe ich für das Lesen dieses eigentlich recht kurzen Buches auch so lange gebraucht...) 

Die Charaktere sind komplex und anders, als andere Charaktere, die man sonst so aus Büchern kennt. Es war bei mir nicht so, dass ich die Charaktere besonders mochte, oder ihnen besonders nahe war. Trotzdem konnten sie mich berühren und mir (und Veronika) ihre Lektionen erteilen. 
Man lernt die Villette- Bewohner kennen, ihre Geschichten, wie sie aus dem "Leben draußen" nach Vilette gekommen sind. Die Geschichten sind alle sehr unterschiedlich und immer sprechen die Personen sehr reflektiert über ihre Reise, so dass man als Leser viele tiefe Einblicke und Erkenntnisse gewinnen kann. 


S.42 "Ich hoffe allerdings, dass diese Substanz mir nur das Problem meiner chronischen Depression löst. Ansonsten möchte ich weiterhin verrückt sein, mein Leben so leben, wie ich es mir erträume, und nicht so, wie die anderen es von mir erwarten."

Es geht um Liebe, Freundschaft, persönliches Leid und um Ängste, den Ansprüchen der Gesellschaft und den Erwartungen an eine aufgedrängte Rolle nicht erfüllen zu können. 
Man wird als Leser gezwungen, seine eigenen Ansichten über "normales Verhalten" zu überdenken und wird mit seinen eigenen Vorurteilen gegen psychisch Kranke konfrontiert. Stigmatisierung spielt eine große Rolle. 

Mir hat das Buch gut gefallen, gerade weil es mich teilweise aus meiner Komfortzone gedrängt hat und ich mir schwierige Fragen stellen musste.
Und auch das ich über mein eigenes Leben nachdenken musste, warum ich es lebenswert finde, und das ich die alltäglichen Freuden zumindest für eine Zeit nicht mehr als so selbstverständlich annehme, hat mir gefallen. 
Ich finde, die Lektüre dieses Buches ist auf jeden Fall eine Bereicherung. 



Verfilmung:

Manche von euch kennen vielleicht auch den Film. Der hat mir auch sehr gut gefallen und hat viele Szenen aus dem Buch gut umgesetzt. Allerdings wurde auch einiges geändert und vor allem das Ende ist deutlich anders. Aber sowohl Buch als auch Film sind als eigenständige Werke zu empfehlen. 
Ich habe den Film vorher gesehen und war beim Lesen dementsprechend manchmal etwas überrascht. Im Film nimmt zum Beispiel die Liebesgeschichte zwischen Veronika und einem schizophrenen Insasse viel mehr Raum ein. 
Das Buch konnte mit der wunderschönen Sprache und den vielen tollen Zitaten wirklich überzeugen. 




Weitere Zitate: 

Wie schon erwähnt, steckt dieses Buch voller wunderschöner Zitate und ich konnte einfach noch nicht genug in der Rezension unterbringen. 
Deswegen gibt es hier noch ein paar schöne und interessante Gedanken aus dem Buch. 
Wer also noch ein paar Einblicke bekommen möchte, kann hier noch ein bisschen stöbern. 

S.9 Ein Selbstmord verlangt, dass man zuerst an sich und dann erst an die anderen denkt.


S.15 Gott hatte dieses Durcheinander voller Elend, Ungerechtigkeit, Geldgier und Einsamkeit geschaffen - sicher in der besten Absicht, doch mit verheerenden Folgen.


S. 21 Nie zuvor hatte ihre Stimme so ruhig, so eins mit ihrem Schicksal und gelassen geklungen. Sie sagte, sie sei weder glücklich noch unglücklich und hielte es daher nicht weiter aus.


S. 18 "Als Veronika die Augen öffnete, dachte sie nicht "Das muss der Himmel sein". Leuchtende Sterne tanzten vor ihren Augen und Veronika begriff, dass diese Sterne nicht zum Paradies gehörten, sondern von ihren ungeheuren Schmerzen herrührten."


S.51 Sie hatte viele ihrer Wünsche geopfert, damit ihre Eltern sie weiterhin so liebten, wie sie sie als Kind geliebt hatten, obwohl sie wusste, dass wahre Liebe sich mit der Zeit verändert und wächst und neue Möglichkeiten findet, sich auszudrücken.


S.107 "was hattest du schon zu verlieren?" "Meine Würde." "Was ist denn schon Würde? Das bedeutet doch nur, dass alle finden, dass du brav, wohlerzogen und voller Nächstenliebe bist"


S.107 "hör auf ständig zu glaube, dass du jemanden störst. Wenn die Leute sich gestört fühlen, werden sie es schon sagen. Und wenn sie nicht den Mut dazu haben, ist das ihr Problem."




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